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Hundehasser in Dithmarschen : Giftköder in Heide: Der qualvolle Tod von Henry

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hundehasser sorgt für Aufregung in Heide: 20 Packungen mit Frikadellen- und Fleischwurst auf Feldweg gefunden

Heide | „Unsere Tochter und Henry waren ein eingeschworenes Team. Jede Nacht hat er vor ihrem Bett geschlafen.“ Familienvater Ulf Jungjohann kann es immer noch nicht fassen. Sein weißer Golden Retriever ist qualvoll verendet – wahrscheinlich durch einen Giftköder. Am Montag war Frauchen noch mit Henry auf einem Weg in Heide-Süd spazieren gegangen, am Donnerstag starb der sechsjährige Familienhund.

Was Henry gefressen hat, ist bislang nicht bekannt. Es könnte eine dicke Scheibe Fleischwurst gewesen sein. „Wir haben 20 Packungen mit Fleischwurst- und Frikadellen gefunden und bei der Polizei abgegeben“, berichtet Ulf Jungjohann, der davon ausgeht, dass die Wurst vergiftet war. Auch im Bereich des Regenrückhaltebeckens gegenüber der Hinrich-Schmidt-Straße wurden Frikadellen gefunden. Die Polizei rät deshalb Hundehaltern in Heide-Süd zu besonderer Wachsamkeit.

Sollte ein Hund etwas Vergiftetes fressen, zeigt sich die Wirkung womöglich nicht gleich. Auch Familie Jungjohann hatte sich zunächst keine Sorgen gemacht. Doch als es dem Hund Mitte letzter Woche zunehmend schlechter ging, wurde Henry von Tierärztin Gabriele Schuster untersucht. „Ich habe den Hund sofort in die Tierklinik nach Rendsburg eingewiesen – mit Verdacht auf Vergiftung.“ Doch es kam jede Hilfe zu spät, Henry musste eingeschläfert werden.

„Es war Rattengift. Denn bei Rattengift ist es so, dass es die Tiere nicht sofort tötet, sondern erst nach ein paar Tagen“, ist Ulf Jungjohann überzeugt. Der Geschäftsführer des Mercedes-Autohauses in Heide machte seine Trauer auch über Facebook Luft – und schrieb an den „Hundehasser“ wütende Worte.

In der Tierarztpraxis von Gabriele Schuster steht derweil das Telefon nicht mehr still. Viele besorgte Hundehalter erkundigen sich bei ihr nach dem Fall, haben Angst um ihr eigenes Tier.

„Es gibt in Dithmarschen noch mehr Fälle“, so die Ärztin gegenüber unserer Zeitung. Erst vor etwa vier Wochen sei einem Kollegen ein Altdeutscher Schäferhund aus Epenwöhrden mit viel heftigeren Vergiftungs-Symptomen gebracht worden. Der Hund habe Blut gespuckt und musste eingeschläfert werden. „Eindeutig ein Vergiftungsfall“, so Schuster.

Der Schäferhund war zuvor in einem von Jägern genutzten Gebiet in Nordermeldorf unterwegs und hat dort vermutlich Reste eines Hasenkadavers vernascht, der mit dem Pflanzengift E  605 vergiftet war. Kurz zuvor war an gleicher Stelle an dem Gift ein Bussard verendet. Ob Henry auch vergiftet wurde, kann die Tierärztin Schuster nicht mit Sicherheit bestätigen. Denn Henry wurde nicht obduziert. Stutzig macht die Tierärztin jedoch, dass der Hund der Familie Jungjohann bereits drei Tage zuvor etwas Blaues ausgespuckt haben soll – ähnlich wie im Epenwöhrdener Fall.

„Es ist eine Häufung, die im Moment auftritt“, sagt Lars Otterbach von der Polizei Heide. Das die Fälle im Zusammenhang stehen, hält er jedoch für unwahrscheinlich.

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erstellt am 25.Mär.2015 | 17:46 Uhr

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