Schädling : Giftige Pflanze auf dem Vormarsch

Besorgt über die Ausbreitung in Peissen (von links): Jörn Reese, Torsten Bredenbeck und Reinhard Petersen.
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Besorgt über die Ausbreitung in Peissen (von links): Jörn Reese, Torsten Bredenbeck und Reinhard Petersen.

Jakobs-Kreuzkraut bedroht Flächen in Peissen. Bürgermeister fordert Stiftung zum Mähen auf. Weitere Gebiete in Steinburg nicht betroffen.

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22. Juli 2015, 12:07 Uhr

Es sieht eher unscheinbar und harmlos aus, ist aber giftig und höchst umstritten - das Jakobs-Kreuzkraut. Die giftige Pflanze hat sich in den vergangenen Jahren rasant ausgebreitet und ist in manchen Gegenden zu einem Problem geworden. Dazu gehört die Gemeinde Peissen, wo auf dem Gelände der Stiftung Naturschutz das Jakobs-Kreuzkraut wuchert. „Es wächst schon die Böschung hoch“, hat Bürgermeister Reinhard Petersen besorgt beobachtet.

Die Pflanzen müssen gemäht und abgefahren werden, fordert Petersen. Darin ist er sich mit dem zweiten stellvertretenden Bürgermeister Jörn Reese und Gemeindevertreter Torsten Bredenbeck einig. Nur so könne die Ausbreitung durch die Samen auf benachbarte Flächen verhindert werden. Eine Anfrage bei der Stiftung Naturschutz im vergangenen Jahr habe nichts ergeben, die Stiftung wollte aber Geräte anschaffen. Und in diesem Jahr habe er zwar eine Zusage bekommen, das gemäht werde, es sei aber bis jetzt nichts passiert, moniert Petersen. Jetzt sei es eigentlich auch schon viel zu spät für das Mähen. Dennoch hofft er, dass etwas geschieht und die Pflanzen gebremst werden können. „Wir müssen am Ball bleiben, um die Ausbreitung einzudämmen – ohne die chemische Keule rauszuholen.“ Die Stiftung Naturschutz wolle sich jetzt kümmern, sagt auf Anfrage deren Vertreterin Jana Schmidt. Wenn etwas zugesagt wurde, halte die Stiftung dies auch ein. Es habe allerdings Verzögerungen gegeben, auch durch Maschinenschäden.

Das Jakobs-Kreuzkraut ist umstritten, weil es – so befürchten es auch die Peissener – zu Gesundheitsschäden an Weidetieren (insbesondere Pferde, Rinder) führen kann, wenn es als Heu aufgenommen wird. Und über Bienen kann das Gift der Pflanze auch den Honig belasten. Auf der anderen Seite ist das Jakobs-Kreuzkraut eine einheimische Pflanze, die für zahlreiche Insektenarten lebensnotwendig ist.

Auch wenn es in Peissen Probleme mit der Giftpflanze gibt, ist ansonsten der Kreis Steinburg wenig betroffen. „Es gibt nur eine Handvoll Flächen mit dem Jakobs-Kreuzkraut“, sagt Ulrike Wegner von der unteren Naturschutzbehörde. In der Marsch ist es zu finden, nur vereinzelt in der Geest sowie an Straßen und Wegen.

Das Vorkommen in Schleswig-Holstein hat in den vergangenen 20 Jahren stark zugenommen. Insbesondere im Bereich der Hohen Geest und des Östlichen Hügellandes hat die früher eher selten und verstreut auftretende Art inzwischen an vielen Stellen großflächige Massenbestände entwickelt. Betroffen sind Straßenböschungen, Bahndämme und Wegränder, aber auch brach liegende Flächen, extensiv genutztes Grünland und kurz gefressene Pferdekoppeln. Um die unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, steuert die Stiftung Naturschutz seit einiger Zeit energisch gegen. Sie hat eine groß angelegte naturschutzverträgliche Kampagne gegen das giftige Jakobs-Kreuzkraut (JKK) gestartet und ein landesweites Beratungs- und Forschungszentrum eingerichtet. Mit einem Zehn-Punkte-Plan soll die weitere Ausbreitung verhindert werden. >


Weitere Infos: http://www.stiftungsland.de/

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