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Blick in die Geschichte : Getreide bringt den Wohlstand

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die Wilsterau prägt die Geschichte der Marschenstadt. Einblick in deren Blütezeit gibt der Wilsteraner Hans-Peter Micheel, der sich intensiv mit der Historie beschäftigt.

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erstellt am 22.Okt.2013 | 17:58 Uhr

„Die Wilsterau war von entscheidender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung Wilsters.“ Dies erklärte Hans-Peter Micheel den 40 Zuhörern der Glückstädter Detlefsen-Gesellschaft. Die kleine Siedlung in der Marsch wuchs schnell zu einem größeren Ort heran. Schon 1163 wurde die St. Bartholomei-Kirche in Wilster genannt. Das Stadtrecht erhielt Wilster 1282 durch Gerhard I. Einige Bedeutung erlangte die Marschenstadt etwa um 1520. Zu dieser Zeit besaß Wilster einen Schutz durch eine Wall-Graben-Kombination.

An nur vier Stellen konnte man in die Stadt hinein gelangen, das waren die vier Tore über die Burggräben. Vermutlich führten Zugbrücken hinüber, die abends aufgezogen wurden. „Es gab damals das Neß-, Dammflether, Diekdorfer und Bischofer Tor,“ zählte Hans-Peter Micheel auf. Von diesen Toren fehlt heute jede Spur. Am Übergang über die Au („Op de Göten“) wurde Markt gehalten, dort ist bis heute das alte Rathaus von 1585 erhalten. Es zeugt vom großen wirtschaftlichen Aufschwung Wilsters im 16. Jahrhundert, der durch die Lieferung von Getreide nach Hamburg und Fernhandel mit eigenen Schiffen bis nach Schottland und Portugal entstand. Die Kriege im 17. und 18. Jahrhundert verringerten den Wohlstand Wilsters, eine zweite Blüte erlebte es jedoch Ende des 18. Jahrhunderts. Überschüsse aus der Landwirtschaft ermöglichten den Bewohnern einigen Wohlstand.

Aus dieser Zeit stammen die St.-Bartholomäus-Kirche von Ernst Georg Sonnin (erbaut 1775-1780) und vornehme Bürgerhäuser wie das ehemalige Palais Doos von 1785 und das Haus Michaelsen von 1788. Vom letzteren ist heute nur das Gartenhaus in der Sonninstraße erhalten. „Das Wohnhaus wurde von einem Itzehoer Kaufmann 1826 nach Itzehoe versetzt“, erläuterte der Referent. 1878 bekam Wilster einen Eisenbahnanschluss, wodurch auch in kleinerem Umfang Industrie entstand. Der Neubau der Kasenorter Schleuse (1925) sorgte dafür, dass die Wilsterau schiffbar blieb, wenn auch durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals herbe Einschnitte in Kauf genommen werden mussten.

Heute dient Wilster als Unterzentrum für die umliegenden Gebiete. Seit dem 1. Juli 2005 bildet die Stadt Wilster mit dem Amt Wilstermarsch eine Verwaltungsgemeinschaft. Seitdem führt das Amt Wilstermarsch die Verwaltungsgeschäfte der Stadt. An dieser Stelle endete der mit vielen Plänen, Zeichnungen und Fotos gut dokumentierte Vortrag des Referenten.

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