Historische Schau : Gesucht: Exponate zur Muna

Präsentieren die Uniform des Oberfeuerwerkers Max Peters, suchen aber noch weitere Ausstellungsstücke (v.l.): Achim Jabusch, Peter Jünemann, Jürgen Schmidt, Dieter Thara und Siegfried Schäfer.
Präsentieren die Uniform des Oberfeuerwerkers Max Peters, suchen aber noch weitere Ausstellungsstücke (v.l.): Achim Jabusch, Peter Jünemann, Jürgen Schmidt, Dieter Thara und Siegfried Schäfer.

Geschichtsverein möchte Ausstellung über Heeresmunitionsanstalt Lockstedter Lager mit Fotos, Dokumenten und Gerät bestücken.

von
19. Mai 2018, 16:00 Uhr

Die Heeresmunitionsanstalt Lockstedter Lager – von 1933 bis 1945 dominierte sie die Gemeinde Hohenlockstedt. In der Zeit danach wurden zahlreiche der 200 Gebäude als Wohnung oder Firmenunterkunft genutzt. Über diese Zeit will eine Ausstellung informieren, die der Verein für Kultur und Geschichte Ende Juli/Anfang August plant. Dafür werden noch weitere Bilder, Dokumente oder Gegenstände gesucht. „Auch Berichte und Geschichten aus der Zeit sind uns willkommen“, sagt der Vorsitzende Achim Jabusch.

Zur Ausstellung soll es außerdem einen Film geben, in dem auch die Munitionsanstalt von damals der Muna von heute gegenüber gestellt wird. Das Gebiet, wo sich einst die Anstalt erstreckte, ist heute überwiegend ein Wohn- oder Mischgebiet, wird im Volksmund nämlich immer noch Muna genannt.

Ausstellungsgegenstände werden die Mitglieder des Vereins auch vom Museum für historische Wehrtechnik aus Röthenbach holen, sagt Siegfried Schäfer. Der Hohenlockstedter, ein profunder Kenner der gesamten Militärgeschichte im damaligen Lockstedter Lager, kuratiert die Ausstellung und liefert die meisten Daten und Informationen. Darüber hinaus erstellt er ein umfangreiches Begleitheft mit vielen weiteren Informationen.

Der Bau von Heeresmunitionsanlagen geht zurück auf das Gesetz zur Verminderung der Arbeitslosigkeit von 1933 und die Ankündigung Hitlers, die Verteidigungsfähigkeit des Dritten Reiches zu steigern. Baubeginn war Mitte 1934. Am Ende umfasste das Gebiet bis zu 300 Hektar mit über 200 Gebäuden, sechs Kilometer Schienen und elf Kilometer Straßen.

Die Heeresmunitionsanstalt war keine Munitionsfabrik, es wurden dort keine Vorprodukte wie Hülsen oder Explosivstoffe hergestellt, sagt Schäfer. Im Lockstedter Lager wurde Munition für das Heer von Kaliber 2,5 bis 10,5 „laboriert“, dass heißt, Granaten und Patronenhülsen wurden gefüllt und einsatzfertig gemacht. Gleichzeitig wurden gebrauchte Hülsen gewaschen, gereinigt und wieder gefüllt.

Stellenweise waren 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen mit der Munitionsabfüllung beschäftigt, darunter zahlreiche Fremdarbeiterinnen, die in der Ukraine und Polen angeworben worden waren. Schäfer betont: „Es waren keine Zwangsarbeiterinnen, eine Bewachung gab es in der Heeresmunitionsanstalt nicht.“

Seine detaillierten Informationen über die Anlagen stammen aus Recherchen in Archiven, aus Dokumenten und aus Gesprächen, die Siegfried Schäfer mit Zeitzeugen geführt hat. Darunter war auch Max Peters, der als Oberfeuerwerker gearbeitet hat. Von ihm hat der Verein für Kultur und Geschichte seine Uniform erhalten, die während der Ausstellung gezeigt wird.

Am 2. Mai 1945 wurde die Anlage kampflos an die Engländer übergeben. Gebäude und Bunker wurden danach zu Wohnungen umgebaut, um die zahlreichen Flüchtlinge aus dem Osten unterbringen zu können, außerdem siedelten sich zahlreiche Firmen und Industriebetriebe dort an.


Kontakt für Ausstellungsstücke: Achim Jabusch (04826/8327) oder Jürgen Schmidt (04826/1583).

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen