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Norddeutsche Rundschau

18. August 2017 | 19:04 Uhr

Geschrumpfte Pläne

vom

Ob Grunerstraße oder Alsen - beide Vorhaben wurden im Laufe der Zeit abgespeckt

itzehoe | Das eine wäre ein Haus der Jugend. Das andere wäre unter anderem ein Haus der Jugend. Zwischen diesen beiden Möglichkeiten können sich die Itzehoer beim Bürgerentscheid am Sonntag, 11. August, entscheiden. Unsere Serie zum Thema widmet sich heute den Planungen.

Die Ausgangslage war einfach: Als das Haus der Jugend am Juliengardeweg an den Kreis verkauft wurde, bekam die Jugend ein neues versprochen. Ein Raumkonzept wurde in Workshops entwickelt, im November 2008 enthielt es als wesentliche Punkte Aufenthaltsbereiche mit Freizeitfunktion, Veranstaltungssaal, Werkstätten, Probenräume für Bands, Gruppen- und Konferenzräume sowie eine große Außenanlage für Sport- und Freizeitnutzung. Mit einem Entwurf wurden die Kosten geschätzt: 3,6 Millionen Euro.

Zu viel, befand die Politik. Bei 2,5 Millionen Euro wurde eine Grenze eingezogen, im Februar 2011 lag ein Entwurf mit reduziertem Programm vor. Ein vierteiliges Gebäude mit der Rückseite zur Poelstraße sollte auf maximal 741 Quadratmetern Nutzfläche Saal, zwei Probenräume, Jugendcafé, Freizeitbereich mit Kicker und Billard, Büro, Besprechungsraum, Küche und Kreativwerkstatt bieten. Weg gefallen, aber laut Architekten nachrüstbar: Überdachung im Außenbereich, Lager, Metallwerkstatt. Vor dem Gebäude waren eine Terrasse und eine Freifläche auf dem heutigen Parkplatz vorgesehen.

In der selben Sitzung wurde das Alsen-Projekt auf den Weg gebracht, zwei Tage später besiegelt von der Ratsversammlung: Nun war das HdJ Teil der Planungen für die städtischen fünf Hektar an der Bahn mit den Stichworten Jugend, Sport, Freizeit und Veranstaltungen. Doch für das HdJ wären, anders als zuvor gesagt, keine Mittel der Städtebauförderung geflossen, bekräftigen gestern die Initiatoren des Bürgerentscheids in einer Pressekonferenz. So sei daraus das Treibhaus geworden. Es soll Jugendzentrum sein, aber auch Kultur-, Bildungs- und Begegnungsstätte für alle Generationen, so die Befürworter.

Das Treibhaus ist im lang gestreckten Gebäude von Schmiede bis Kesselhaus an der Bahn geplant, die für das HdJ geforderten Räume wie Veranstaltungsraum, Werkstätten und Probenräume finden sich darin. Hinzu kommen Platz für Ausstellungen, Ateliers, ein offener Außenbereich und ein Gale riedeck als Aufenthaltsfläche im Obergeschoss, barrierefrei erreichbar.

Teil des Alsen-Projekts ist zudem die Gestaltung der Freifläche. Erst war von einem Sportpark die Rede, jetzt heißt es Begegnungspark mit Eventfläche. Bestandteile: Skateranlage, Streetball-Feld, Abenteuer-Spielbereich, kleine Bühne am Schornstein, Grünzone mit Angeboten zum Spielen, Klettern und Sprayen, eine Wiese zum Erholen oder Spielen, die auch Platz für Events bietet. Mit Treibhaus und Freifläche soll Alsen zum Anziehungspunkt entwickelt werden, die Bauruine soll verschwinden und Wellenkamp an die Innenstadt angebunden werden, wie die Befürworter betonen.

Die vom Verein "planet-

alsen" genutzten Gebäude sind im Zuge der Planungen herausgefallen, weil Vorhaben dort als nicht förderfähig eingestuft wurden. Zuletzt hatte der Verein betont, dass die Stadt als Verpächterin in der Pflicht stehe, dort zu investieren. Eine weiße Fläche im Plan ist auch das frühere Trafohaus ("Jesushaus"), eine Radroute ist nicht mehr enthalten, ein Kletterturm fiel weg, die Bühne am Schornstein schrumpfte, das Raumprogramm wurde verdichtet, die zuvor schon vorgesehenen Nutzungen allerdings blieben erhalten.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 09:02 Uhr

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