Tierquäler : Geschoss zertrümmert Hinterbein

Peter und Tatjana Ermisch mit ihrem verletzten Kater. Beide sind geschockt und fragen sich, wer Charly das angetan hat.
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Peter und Tatjana Ermisch mit ihrem verletzten Kater. Beide sind geschockt und fragen sich, wer Charly das angetan hat.

Vermutlich mit einem Luftgewehr hat ein Unbekannter auf einen Kater in Hohenfelde geschossen. Jetzt ermittelt die Polizei

shz.de von
01. Juni 2014, 15:08 Uhr

Tatjana und Peter Ermisch fragen sich die ganze Zeit: „Wie kann man so etwas nur machen?“ Seit vergangenem Wochenende ist ihr Kater Charly, der bei den beiden in Hohenfelde lebt, nicht mehr so wie früher. Ein Diabolo hat den Knochen im Bein des zweijährigen Katers zertrümmert. Wahrscheinlich wurde das Geschoss mit einem Luftgewehr abgefeuert.

Der Kater – eigentlich aktiv und gern auf Mäusejagd – liegt jetzt mit zwei Schienen am linken Hinterbein auf dem Sofa. Im Fleisch stecken Nägel aus Edelstahl, die die Schienen festhalten. „Ob er nochmal so aktiv wird, ist jetzt die Frage“, sagt Peter Ermisch. Er hofft, dass das Bein wieder grade zusammenwächst.

Mit seiner Frau war der 59-Jährige bei ihrem Sohn in Schenefeld. Als die beiden wieder zurück in Hohenfelde waren und vor ihrem roten Klinkerhaus standen, kam eine Nachbarin schon auf die beiden zu. Der pechschwarze Kater sei verletzt gegen 14.30 Uhr zu ihr nach Hause gekommen. Immer mal wieder kam Charly bei den Nachbarn vorbei, streifte umher und ging wieder. Dieses mal blieb er. Erschöpft vom Schmerz lag er stundenlang unter einem Terrassentisch. „Wir sind erst davon ausgegangen, dass er vor ein Auto gelaufen ist“, sagt Tatjana Ermisch. „An einen Schuss hat keiner gedacht. Die beiden bringen ihn zum Tierarzt nach Westerhorn. Charly wird geröntgt. Der Tierarzt meldet sich. Er habe ein Geschoss in Charlys Bein gefunden. Die beiden sollen bei der Polizei Anzeige erstatten. Charly bekommt eine Vollnarkose und wird operiert.

Wer den Schuss auf den Kater abgefeuert hat – Peter Ermisch weiß es nicht. Einen sehr dummen Streich von Jugendlichen schließt er aus. Alle anderen Verdächtigungen seien reine Spekulation. Das Geschoss, so hieß es später vom Tierarzt, sei wahrscheinlich vorher präpariert worden. Noch während der Operation habe der Tierarzt gedacht, er müsse das Bein des Katers amputieren, erzählt Tatjana Ermisch.

Die Kosten für die Operation schätzt Peter Ermisch auf mindestens 500 Euro. Durch die Nachbehandlung und die Schmerzmittel, die das Tier verabreicht bekommt, werden wohl noch mehr Kosten auf die Familie zukommen. Tatjana Ermisch sagt: „Ich verstehe nicht, wie ein Mensch so etwas machen kann.“ Die Polizei sucht nun den Schützen, ermittelt wegen einer Straftat nach dem Tierschutzgesetz. „Es wären ja schon Hinweise nützlich, wann und wo jemand einen Schuss gehört hat“, sagt Peter Ermisch. Hinweise nimmt die Polizeistation in Horst telefonisch entgegen: (04126) 3 84 04.

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