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Deutsche Meisterschaft in Glückstadt : Geschicklichkeitsfahren: „Am Ende zählt jede Sekunde“

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Die Deutsche Meisterschaft im Geschicklichkeitsfahren wird in Glückstadt ausgetragen. Starter aus ganz Deutschland werden erwartet.

Glückstadt | „So richtig spannend wird es ganz zum Schluss. Dann zählt jede Sekunde“, sagt Thomas Büssert. Und am Ende entscheiden oft die besseren Nerven über Sieg oder Niederlage. „Denn vom Können her liegen die besten Fahrer sehr dicht beieinander.“

Morgen will der Herzhorner seinen Titel als Deutscher Meister im Geschicklichkeitsfahren beim Turnier des Automobil-Clubs Verkehr (ACV) verteidigen. Der Austragungsort der 45. Auflage dieser Meisterschaft: Glückstadt. Auf dem Gelände der Stadtwerke am Bahnhof werden 59 Fahrer ab 7.45 Uhr ihr Geschick im Parcour unter Beweis stellen.

„Unser Sport unterscheidet sich etwas von anderen Motorsport-Disziplinen“, erklärt Büssert. „Es geht nicht primär um Schnelligkeit wie bei Rennen, sondern darum, Aufgaben fehlerfrei zu lösen. Erst wenn Fahrer bei der Fehlerwertung punktgleich sind, wird im Turnier die Zeit als entscheidende Größe verglichen.“ Zehn Aufgaben muss jeder Fahrer bewältigen. Sie klingen erstmal einfach. So muss das Auto zum Beispiel in einer Parklücke platziert werden. „Auf diesem Niveau wird das aber in rasanter Geschwindigkeit und zentimetergenau gemacht“, sagt Paul Roloff, Vorsitzender des ACV-Motorsportclubs Glückstadt, der das Turnier ausrichtet. Sehr zu seinem Bedauern habe er sich in diesem Jahr nicht qualifiziert, sagt Roloff, der sich nun ganz auf die Organisation konzentriert. Neben Thomas Büssert als Titelverteidiger treten aber mit dessen Vater Egon Büssert, Dirk und Uwe Lüders sowie Stefan Kuhrt vier weitere Mitglieder des Glückstädter Clubs zur Meisterschaft vor heimischen Publikum an. „Die anderen Fahrer kommen aus ganz Deutschland“, sagt Roloff. Bayern sei stark vertreten, aber auch aus Berlin und dem Ruhrgebiet reisen Teilnehmer an.

Wie die Namen der Glückstädter Fahrer schon vermuten lassen, ist das Geschicklichkeitsfahren ein familiärer Sport. „Ich bin in den neunziger Jahren eigentlich nur als Helfer zu einem Turnier in Glückstadt gegangen“, erzählt Egon Büssert, der in früheren Jahren bereits im Slalomfahren Motorsport-Erfahrung gesammelt hat. Seinen damals noch minderjährigen Sohn nahm er zum Geschicklichkeitsturnier mit und der war begeistert von der Aussicht auf einem abgesperrten Privatgelände ohne Führerschein Autofahren zu dürfen. „So sind wir dazu gekommen.“

Zentimeterarbeit: Egon Büssert bei der exakten Platzierung seines Autos während eines Wettkampfes.
Zentimeterarbeit: Egon Büssert bei der exakten Platzierung seines Autos während eines Wettkampfes. Foto: Privat
 

Inzwischen betreiben Vater und Sohn den Sport mit viel Ehrgeiz. Extra für die Wettkämpfe haben sie sich einen VW-Polo, Baujahr 1989, zurecht gebaut. Und sie sammelten bereits reichlich Pokale. Aber auch Uwe und Dirk Lüders waren bereits mehrfach bei Deutschen Meisterschaften erfolgreich. Entsprechend ist der MSC Glückstadt auch in der Team-Wertung in der Vergangenheit häufig erfolgreich gewesen. „Nur bei der Damenwertung spielen wir im Moment keine Rolle“, sagt Roloff, der gern auch weibliche Fahrer für seinen Sport begeistern würde.

„Grundsätzlich ist das Bundesturnier sicher eine gute Gelegenheit für Interessierte sich das Geschicklichkeitsfahren mal aus der Nähe anzusehen“, empfiehlt Thomas Büssert. Neben dem eigentlichen Wettkampf sei es auch die gute Atmosphäre zwischen den Fahrern und allen Helfern und Zuschauern, die seine Sportart ausmache. „Und man profitiert natürlich auch für den Alltag im Straßenverkehr.“ Außerdem sei Spannung garantiert – gerade wenn ab zirka 13 Uhr der entscheidende dritte Lauf der besten Fahrer beginne.

Für die Teilnehmer wird es bereits heute Abend spannend: Dann wird die Startreihenfolge ausgelost. Thomas Büssert hofft auf einen der hinteren Plätze. „Ich persönlich empfinde es als Vorteil, wenn ich die Leistungen der Konkurrenz schon kenne und das Feld quasi von hinten aufrollen kann.“

Weitere Infos zu Turnier und Verein: www.acv-glueckstadt.de

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