Ausstellung in Brüssel : Geschichte als gute Visitenkarte

Delegation aus Glückstadt (v. l.): Thorsten Augustin, Manja Biel, Christian Boldt und Kay Blohm.
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Delegation aus Glückstadt (v. l.): Thorsten Augustin, Manja Biel, Christian Boldt und Kay Blohm.

Glückstädter organisieren in Brüssel Ausstellung über Jüdische Gemeinde.

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06. März 2018, 04:45 Uhr

Die Kaffeetafel war vorbereitet im Konferenzsaal des Hanse-Office in Brüssel. Allerdings nicht für die Glückstädter Delegation, die am Abend die Jubiläumsausstellung zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde präsentieren sollte. In der gemeinsamen Vertretung der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein bei der Europäischen Union tagte um 15 Uhr der Europaausschuss des Landes Schleswig-Holstein.

So blieben den Kuratoren der Ausstellung Christian Boldt und Kay Blohm, der Bürgermeisterin Manja Biel und der Mitarbeiterin des Detlefsen-Museums, Corinna Schmidt, zuvor nur fünf Stunden, um die 13 Text- und Bildfahnen sowie 22 Grabsteintafeln des Jüdischen Friedhofs zu hängen. Die Teamarbeit funktionierte – eine halbe Stunde vor Sitzungsbeginn des Europaausschusses stand die extra für Brüssel neu konzipierte Ausstellung. Die Landtagsabgeordneten, die auch zu Ausstellungseröffnung am Abend geladen waren, konnten so schon während ihrer Sitzung einen Blick auf die Ausstellung werfen.

Um 19 Uhr begrüßte der Leiter des Hanse-Office, Thorsten Augustin, die Gäste zur Eröffnung, Glückstadts Bürgermeisterin Manja Biel überbrachte Grüße der Elbestadt. Sie freute sich, die Ausstellung zum 400. Gründungsjubiläum Glückstadts in Brüssel präsentieren zu können.


Geschichte der Sefarden

Den Eröffnungsvortrag teilten sich die Ausstellungsmacher Christian Boldt und Kay Blohm, so wie sie auch die Ausstellung gemeinsam erstellt hatten. Der Leiter des Detlefsen-Museums, Christian Boldt, referierte über die Geschichte der portugiesisch/spanischen Juden, der Sefarden, und ihre Vertreibung von der iberischen Halbinsel. Er ging auf die Gründungsgeschichte der Festung und Exulantenstadt Glückstadt ein und erläuterte ebenso, wie die Nachkommen der portugiesischen und niederländischen Glaubensflüchtlinge und die Stadt Glückstadt zusammen gekommen sind.

Über die Geschichte der Jüdischen Gemeinde und jüdisches Leben in Glückstadt berichtete im Anschluss der Historiker Kay Blohm. Im 17. Jahrhundert sorgte die „Portugiesische Nation“ mit ihren Handelsbeziehungen zu den Zentren der damaligen Alten und Neuen Welt für wirtschaftlichen Aufschwung in der Elbestadt. Mit Informationen über die Synagoge in der Königstraße und den Friedhof an der Pentzstraße endete der Vortrag.

Beim Gang durch die Ausstellung und der anschließenden Vernissage erfuhr die Glückstädter Delegation höchste Anerkennung. Die Visitenkarte, die von den Glückstädtern hinterlassen wurde, kam nach Aussagen der Glückstädter Delegation in Brüssel gut an. Einige Gäste kündigten ihren Besuch in der Stadt an der Elbe an. Das Hanse-Office in Brüssel präsentiert die Ausstellung bis Ende März.

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