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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 17:36 Uhr

Geschenke und Kekse für Seeleute

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Seit etwa zehn Jahren backt Uschi Mazurek für die Seeleute aus aller Welt, die im Advent und an Weihnachten in Brunsbüttel festmachen, Plätzchen. „Damals hat eine Bekannte gefragt, ob ich ein paar Bleche Kekse für die Seemannsmission backen könnte“, erzählt die Ehrenamtlerin. Dabei ist es aber nicht geblieben. Erst hat ein befreundetes Ehepaar geholfen, jetzt steht Uschi Mazurek allein in der Küche und wälzt Backbücher. „Ich probiere gerne neue Rezepte aus und versuche jedes Jahr mehr zu machen.“

In diesem Jahr sind es knapp 350 Tüten mit jeweils zwölf Keksen, die von der Deutschen Seemannsmission Brunsbüttel an die Seemänner verteilt werden. Mitte Oktober beginnt die Weihnachtsbäckerei im Hause Mazurek. „Einige Plätzchen müssen etwas liegen, bis sie ihren Geschmack entfalten, mit denen fange ich an“, erzählt die Hobbybäckerin. Spritzgebäck, Haselnuss- und Kokostaler, Mandel-Curry-Kekse, Grießplätzchen, Spekulatiushaufen, Haferflockenplätzchen, Elisenlebkuchen, Pfefferkuchen, die Liste ist lang. Etwa 20 Sorten werden gebacken und dann in die Tüten gepackt. „Mein Mann Andreas muss die Beutel dann mit Band verschließen, das geht schneller.“ Und dann bringt Uschi Mazurek alles in die Kanalstraße zum Seefahrer-Club. „Mir bringt das einfach Spaß.“

„Die Seeleute freuen sich über die Kekse und die von einigen Frauen gestrickten Mützen und Socken mehr, als über unsere Geschenke“, sagt Leon Meier lächelnd. „Die jungen Philippinos sind auf hiesige Temperaturen nicht eingestellt, da sind die Mützen und Socken genau richtig.“ Die Präsente bringt er mit seinen Mitarbeitern Svea Runge, Melina Begemann, Gesine Grafe und Ibrohim Nabiev auf die Schiffen. „Wir haben in diesem Jahr Rucksäcke für die Crews der Binnenschiffe, auf den Hochseeschiffen verteilen wir Manikür-Sets und Flaschenöffner mit DSM-Logo, dazu Schokolade, Kalender und einen Weihnachtsgruß.“

Finanziert werden die Geschenke, die den Matrosen ein bisschen Freude fern der Heimat geben, durch Geldspenden. Der Seemannsdiakon macht auch heute am Heiligen Abend Schiffsbesuche und kümmert sich um die Schiffsbesatzungen in Brunsbüttel, wie sein Außendienstler Werner Leyffer die Schiffe in Glückstadt und Wewelsfleth besucht.

Durch die Asylbewerber stößt der Seemannsclub in Brunsbüttel derzeit oft an seine Grenzen. „Die Leute kommen, weil sie hier einen Internetzugang haben und mit anderen Menschen, deren eigentliches zu Hause ebenfalls weit weg ist, reden können.“ Doch der Platz in der Station ist begrenzt. Ohne Flüchtlinge waren im vergangenen Jahr 60 Personen in der Seemannsmission, die auch am heutigen Heiligen Abend geöffnet hat. Ibrohim Nabiev und Gesine Grafe haben sich bereit erklärt, ab 15 Uhr im Club Dienst zu machen. „Es ist immer schwierig zu sagen, wie viele Seeleute kommen“, sagt Leon Meier. Am Ende entscheidet der Kapitän, ob seine Seeleute von Bord dürfen oder ob auf dem Schiff gefeiert wird.

Auf jeden Fall bietet die Seemannsmission für jeden, der kommt, einen Platz an. Es gibt Nudel- und Kartoffelsalat mit Geflügelwürstchen. Und bei Weihnachtsliedern oder dem beliebten Karaoke wird es bestimmt ein besonderes Weihnachtsfest.


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