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Wirtschaft : Geschäftsidee eiskalt verwirklicht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Dithmarscherinnen gründen gleich nach dem Studium in St. Michaelisdonn ihr eigenes Unternehmen und verzeichnen erste Erfolge mit ihrem Joghurt-Eis.

von
erstellt am 08.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Unternehmertum braucht Mut, sonst passiert gar nichts. Das ist das Credo zweier junger Dithmarscherinnen, die im März 2012 gleich nach ihrem BWL-Studium einen Traum verwirklicht haben. Kaja Ringert (27) aus St. Michaelisdonn und Stella Peters (26) aus Neufeld gründeten die Schnuppkrom GmbH mit Sitz in St. Michel. Der „Naschkram“, den sie seitdem mit wachsendem Erfolg auf den Markt bringen ist ein Joghurt-Eis. Das wird in vier Geschmacksrichtungen unter der Marke Mien fro’Natur produziert. Jüngster Erfolg: Edeka Nord listete das erfrischende, fettarme Produkt.

Die Geschichte des Start-ups begann im Jahr 2009. Damals absolvierte Stella Peters ihr Auslandssemester in New York – und verfiel dem Geschmack des Frozen Yogurt, einer in den USA nicht untypischen Eisspezialität auf Joghurtbasis. Als Kaja Ringert ihre Freundin aus Schultagen, mit der sie während des Studiums in Hamburg eine Wohnung teilte, in New York besuchte, wurde die Idee ders eigenen Unternehmens geboren. Fortan machten sie sich neben dem Studium mit der Eisherstellung vertraut, besuchten Seminare und jobbten in Eisdielen. Nach dem Examen eröffneten sie in einem Coffeeshop in Hamburg ihre Eisdiele.

Schnell wuchs die Nachfrage, der die eigene Eismaschine nicht mehr entsprechen konnte. Die zweite große Herausforderung nach der Existenzgründung stand an: Das Eis musste in einer Manufaktur nach der genauen Rezeptur der beiden Frauen hergestellt werden – mit regionalen Produkten und fern jeder industriellen Fertigungsweise. Fündig wurden sie in Stellingen. Den Rohstoff liefert eine Holfmolkerei bei Pinneberg. Auch die Erdbeeren stammen aus regionalem Anbau.

Leben können beide noch nicht von ihrer jungen Firma, Kaja Ringert arbeitet immerhin schon in Vollzeit als Geschäftsführerin, Stella Peters verdient ihr Geld in der Marketingabteilung eines Marner Unternehmens. Der Jahresumsatz 2013 betrug 180 000 Euro, dem allein Investitionen über etwa 70 000 Euro gegenüberstanden. Letztere zu meistern, sei mit viel Klinkenputzen verbunden gewesen, erzählt Kaja Ringert. Denn Banken zeigten sich extrem zugeknöpft angesichts der geplanten Gründung. Geld kam schließlich von ihren Familien und einigen Investoren, die der Idee eine Chance einräumten. Dieses Jahr wollen sie mit einem Gewinn abschließen. „Ein gesundes Wachstum ist uns wichtig“, betont Stella Peters, denn die Qualität dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden. Und die sei es letztlich neben der Verwendung regionaler Zutaten, die es erlaube, preislich eher im Premiumsegment zu liegen und neben den großen etablierten Marken in den Kühltruhen der Supermärkte zu bestehen.

Gefeilt wird an der Vielfalt der Geschmacksrichtungen. Joghurt natur, Erdbeere, Schokolade und natur mit Waldfrucht-Sauce sollen nicht die einzigen Angebote bleiben. Honig hat sich voriges Jahr nicht durchgesetzt, es wird munter weiter probiert. Kaja Ringert: „Es soll ja nicht einfach noch ein Eis sein, sondern eine Alternative.“ Anregungen bekommen die beiden Gründerinnen bei Werbeaktionen in Supermärkten ebenso wie auf Großveranstaltungen zwischen Hamburg und Westerland. Auch beim Wacken Open Air waren sie voriges Jahr präsent, eingeladen vom WOA-Chef Holger Hübner. Auch dieses Jahr werden sie wieder den Metallheads kühles Joghurt-Eis anbieten.

Den typischen Kunden gebe es eigentlich nicht, sagt Stella Peters. Allerdings: „Es sind überwiegend Frauen, die bei Mien fro’Natur zugreifen.“ Was wohl mit der fettarmen Komponente zusammenhänge, vermutet sie.

Pläne gibt es viele, vielleicht in ein paar Jahren tatsächlich ein Shop-in-Shop-System. Zunächst soll die Listung im Einzelhandel ausgebaut werden. Natürlich vorrangig in Norddeutschland. „Wir sind ja Norddeutsche“, verweist Kaja Ringert auf den Firmennamen. Der lässt natürlich weitere süße Genüsse zu. Erhältlich ist die Spezialität des St. Michler Unternehmens auch jetzt schon bundesweit: über den Onlineshop. Dank Trockeneiskühlung komme die Ware auch nach zwei Tagen noch einwandfrei beim Kunden an, sagt Kaja Ringert.

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