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Pohl-Boskamp : Geschäftsführung strebt vorgezogene Neuwahl des Betriebsrates an

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Hohenlockstedt Im Streit mit dem Betriebsrat strebt die Geschäftsführung nun eine neue Lösung an. Die Betriebsrats-Wahlen sollen vorgezogen werden. Das Arbeitsgericht hatte im ersteren Verfahren eine Mediation zwischen beiden Parteien vorgeschlagen.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Beim Pharmaunternehmen Pohl-Boskamp kommt in die seit Wochen andauernde Auseinandersetzung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung einerseits sowie zwischen Betriebsrat und Belegschaft andererseits (wir berichteten) nun Bewegung: Das Arbeitsgericht Elmshorn hatte Ende August im ersteren Verfahren eine Mediation zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat vorgeschlagen. Wie das Unternehmen der Redaktion gestern mitteilte, haben daneben 180 Mitarbeiter des Unternehmens ein zusätzliches Verfahren zur Amtsenthebung des Betriebsrats bei dem gleichen Arbeitsgericht angestrengt, ein Vorgehen, welches das Betriebsverfassungsgesetz für den Fall vorsieht, dass Mitarbeiter dem Betriebsrat nicht mehr vertrauen.

Die Geschäftsleitung von Pohl-Boskamp erklärt, dass sie nun eine Lösung anstrebe, mit der die bestehenden Streitigkeiten des Betriebsrats mit beiden Parteien beigelegt werden können. Laut Pressemitteilung trafen sich gestern Mitglieder der Geschäftsführung mit jenen Mitarbeitern, die das Verfahren zur Auflösung des amtierenden Betriebsrates in Gang gesetzt haben. Bei diesem Meeting wurde darüber gesprochen, wie die bestehenden Schwierigkeiten behoben werden können.

Marianne Boskamp, die Geschäftsführerin des Unternehmens, erklärt nach dem Ende des Gesprächs: „Resultat des Treffens ist, dass wir nun gemeinsam dem amtierenden Betriebsrat sowie dem Arbeitsgericht einen demokratischen Neuanfang vorschlagen: Die Laufzeit des jetzigen Betriebsrats endet auf Grund der regulären Betriebsratswahlen sowieso in sechs Monaten. Wir sollten also die Wahlen vorziehen, denn das ist der beste Weg, um uns zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens endlich wieder auf unsere Arbeit konzentrieren zu können.“

Die Unternehmerin fügt hinzu: „Eine Mediation der Geschäftsführung allein mit dem aktuellen Betriebsrat ist doch nicht sinnvoll, wenn parallel ein Auflösungsverfahren von 180 Mitarbeitern gegen eben diesen Betriebsrat läuft. Da hilft eine Mediation nur zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung nicht.“ Für Neuwahlen spreche auch, dass es in der Amtsperiode dieses Betriebsrats zu einer extremen Fluktuation kam: „Von ursprünglich neun gewählten Mitgliedern sind heute nur noch vier im Amt. Manche der acht Nachrücker haben – bezogen auf die Vertretung von insgesamt 500 Mitarbeitern – bei der Wahl 2010 eine sehr geringe Stimmenzahl erhalten, der letzte Nachrücker zum Beispiel nur ganze 34 Stimmen. Auch darum appellieren wir gemeinsam mit vielen Mitarbeitern an den Betriebsrat, so bald wie möglich eine Neuwahl anzuberaumen.“

Darüber hinaus erkläre sich die Unternehmensleitung dazu bereit, mit zwei individuell von gesonderten Verfahren wegen Pflichtverstößen betroffenen Betriebsratsmitgliedern eine Mediation durchzuführen. Die Geschäftsleitung wolle die Chance wahrnehmen, über die Neuwahl des Betriebsrates einerseits und die Durchführung einer Mediation mit den beiden Betriebsratsmitgliedern anderseits schnellstmöglich wieder ein Vertrauensverhältnis innerhalb der Belegschaft und zum Betriebsrat als wichtiger Vertretung der Mitarbeiter herzustellen.


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