innenstadt : Geschäfte füllen mit der Matrix

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Itzehoer Stadtmanagement übernimmt Planungsinstrument von Firma K.G.I. - und wirbt um Mitwirken der Eigentümer.

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21. Juli 2014, 12:00 Uhr

In der Kino-Trilogie gibt es nur ein Ziel: die erfolgreiche Rebellion gegen die Matrix. In Itzehoe ist es genau andersherum: Möglichst viele sollen sich beteiligen. Denn die Matrix ist das Instrument, mit dem die Zukunft der Innenstadt gestaltet wird. Zuständig dafür ist jetzt das Stadtmanagement.

Der Vertrag mit der Hamburger Firma K.G.I. ist ausgelaufen. Mehr als ein Jahr lang hatten sich die Experten um die Revitalisierung der Innenstadt bemüht, finanziert von der Stadt und einem Kreis von Geschäftsleuten. Für die Matrix wurden die Geschäftsimmobilien genau erfasst, zudem gibt sie Empfehlungen, welche Branche am jeweiligen Standort passt. Es sei ein „Modul für die nachhaltige Entwicklung innerstädtischer Gewerbeflächen“, schrieb Stadtmanagerin Lydia Keune-Sekula gerade an die Immobilien-Eigentümer. Dieses habe kaum eine Stadt in Deutschland.

Ein Ziel war auch, Filialisten wieder für Itzehoe zu interessieren. „Das ist bei einem reichlich guten Dutzend Firmen gelungen“, so die Stadtmangerin. Fünf bis sechs Projekte liefen nach wie vor konkret, mit „tollen Filialisten“ werde über Mietverträge oder Bauvorgaben gesprochen. Doch noch gebe es keine trockene Tinte. Der Prozess bleibe lang und zäh, sagt Lydia Keune. Ein Grund: „Wir haben immer noch massive Imageprobleme. Wir müssen an der Front deutlich mehr investieren als andere Mittelstädte.“

In den Verhandlungen mit den Filialisten wirkt die K.G.I. weiter auf Provisionsbasis mit: „Ein Abbrechen wäre unverantwortlich gegenüber Itzehoe. Das ist auch nicht unser Stil“, sagt Geschäftsführer Justus von Kries. „Dafür ist uns Itzehoe auch zu sehr ans Herz gewachsen.“ Die Hoffnung ist, dass die Zusammenarbeit „irgendwann wieder für uns in einen sinnvollen wirtschaftlichen Rahmen einfließt“.

Genau das wäre für Lydia Keune „ausgesprochen wünschenswert“; sie setzt darauf, nach einem „ersten Glanzpunkt“ mit der K.G.I. weiterzuarbeiten. Aus der bisherigen Kooperation hätten Stadt und Stadtmanagement viel gelernt und davon profitiert, meint auch Martin Ott, der den Förderkreis aus der Geschäftswelt gewonnen hatte. Und das Projekt habe nicht nur atmosphärisch und für das Stadtbild etwas gebracht, wenigstens sei der Zuwachs bei den Leerständen schon einmal gestoppt worden, sagt Lydia Keune. Ein aktuelles Beispiel: Die engbers-Filiale wurde aufwändig renoviert, das sei auch ein Beitrag zur Standortsicherung, heißt es beim Unternehmen. Lydia Keune: „Anderswo gibt es ganz andere Tragödien.“

In Itzehoe sollen sie verhindert werden, bevor sie passieren – das ist das Ziel der Matrix. Deshalb bittet die Stadtmanagerin in ihrem Schreiben an die Eigentümer um die Meldung, sobald ein Leerstand droht. Passt ein Flächeninteressent, wird er an den Eigentümer vermittelt. Das abgestimmte Vorgehen solle zu einem optimalen Branchenmix in der Stadt führen – „ähnlich wie in einem guten Shopping-Center“. Itzehoe brauche Zugpferde, denn gerade große Filialisten hätten genug Kraft, um mit Anzeigenkampagnen und Angebotsaktionen die Stadt zu bewerben. Deshalb wirbt die Stadtmanagerin bei den Eigentümern um Mitarbeit: „Für Sie und Ihre Immobilie ist die Matrix in jedem Fall ein Gewinn.“

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