Glückstadts Bürgermeister : Gerhard Blasberg will nach Kaltenkirchen

Strebt ein wesentlich besser dotiertes Amt an:  Gerhard Blasberg. Foto: Reimers
Strebt ein wesentlich besser dotiertes Amt an: Gerhard Blasberg. Foto: Reimers

Aktuell ist Gerhard Blasberg der Bürgermeister in Glückstadt. Jetzt geht er als Kandidat der SPD in Kaltenkirchen ins Rennen um den Posten des dortigen Verwaltungschefs.

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30. August 2011, 10:02 Uhr

Glückstadt | Bürgermeister Gerhard Blasberg will Glückstadt verlassen. Der 50-Jährige bewirbt sich als Verwaltungschef in Kaltenkirchen. Der dortige Amtsinhaber ist im Mai abgewählt worden. Gerhard Blasberg geht jetzt als Kandidat der SPD-Kaltenkirchen ins Rennen und muss deshalb keine Unterschriften in der Bevölkerung sammeln.
Blasberg sieht für sich eine einmalige Chance, in der Stadt mit 21.000 Einwohnern im Kreis Bad Segeberg Bürgermeister zu werden. "Es ist eine Herausforderung", sagt er zur Größe der Stadt. "Und die Stelle ist richtig frei. Das ist eine richtige Chance, die so nicht wieder kommt." Dies sieht er auch im Hinblick auf sein Alter. "Wenn, dann jetzt." Er hofft, dass er gewählt wird. "Die Wahl ist kein Selbstgänger." Denn zurzeit hat er drei Konkurrenten: die dort amtierende Bürgervorsteherin (FDP), einen Kandidaten der CDU und den abgewählten Bürgermeister (SPD) - "er will wieder antreten", sagt Blasberg. Die Wahl in Kaltenkirchen ist am 6. November, eine eventuell notwendige Stichwahl ist für den 20. November angesetzt.
Wer könnte Blasbergs Nachfolger werden?
Einigkeit herrscht bei allen Glückstädter Parteien, dass sie es bedauern würden, wenn Gerhard Blasberg gehen sollte. Paul Roloff, Fraktionsvorsitzender der SPD: "Aus finanziellen Gründen kann ich nachvollziehen, dass er gehen will. Menschlich nicht, denn wir haben ihn sehr unterstützt."
Für den Ortsvorsitzenden der SPD, Hartmut Sierck, stellt sich die Frage, wer die Geschicke leitet, wenn Blasberg weg sein sollte. Für ihn kommen in Frage: "Entweder Susann Laatz als stellvertretende Bürgermeisterin oder jemand aus der Verwaltung." Denn Glückstadt müsste dann erst einmal die Stelle ausschreiben. Eine Überlegung sei, die Bürgermeisterwahl mit der Landtagswahl am 6. Mai zusammenzulegen. Auch Sierck bedauert die Entscheidung von Blasberg. "Er macht einen guten Job in Glückstadt."
Neue Chance - "für ihn, aber auch für uns"
Verständnis zeigt Dr. Hans-Georg Helm, Ortsvorsitzender der CDU: "Dass er eine neue Herausforderung sucht, verstehe ich." In jeder Veränderung liegt eine Chance - "für ihn, aber auch für uns". Auch Helm betont, dass die Zusammenarbeit immer gut war. Klar ist für den Christdemokraten, dass Bauamtsleiter Dr. Lüder Busch die Geschäfte weiterführen sollte, falls Blasberg geht. "Die Aufgaben sind zu komplex, als dass jemand die Arbeit ehrenamtlich bewältigen kann." Er wäre für die schnelle Ausschreibung der Stelle. "Aber nicht um jeden Preis."
Was wird, darüber muss die Fraktion zunächst beraten, sagt Uwe Neumann, Fraktionschef der CDU. Für ihn ist es "ein normaler Vorgang", dass sich Blasberg nach einer höher dotierten Stelle umsieht.
Verfrüht, sich jetzt Gedanken zu machen
Innerhalb der FDP wird kein Handlungsbedarf gesehen, sich schon jetzt Gedanken zu machen. "Es ist verfrüht", sagt FDP-Ortsvorsitzender Stefan Goronzcy. Für ihn ist nur "rätselhaft, dass er es macht". Denn auch die FDP würde es bedauern, wenn er geht. "Für uns wäre es gut, wenn sich die Kaltenkirchener für die FDP-Kandidatin oder den Kandidaten der CDU entscheiden."
Für Ralf Krüger, Fraktionsvorsitzender der FDP, sieht es ähnlich aus: "Ich sehe keinen Handlungsbedarf. Wir wären nicht unglücklich, wenn er bliebe."

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