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Norddeutsche Rundschau

12. Dezember 2017 | 04:11 Uhr

Schauspieler : Geoffrey Rush auf Ahnen-Suche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Der aus “Fluch der Karibik“ bekannte Schauspieler drehte in Glückstadt und Wilster. Er fand dort Spuren seiner Vorfahren.

von
erstellt am 27.Nov.2014 | 05:00 Uhr

Berühmt geworden ist er als Pirat Barbossa in dem Film „Fluch der Karibik“ und als Lionel Logue, Sprachtrainer von König Georg VI. im preisgekrönten Film „The King’s Speech“: Geoffrey Rush. Jetzt war der bekannte australische Schauspieler mit einem Film- und Rechercheteam in Glückstadt. Es geht um seine Vorfahren, die einst in der Region lebten.

Unerkannt speiste er nachmittags im „Kleinen Heinrich“ am Glückstädter Markt. „Er war witzig drauf“, sagte Claudia Raumann, die ihn bediente. Erkannt hatte sie ihn nicht. Wer er war, erfuhr sie erst später. „Er wollte wegen der Kälte einen hiesigen Schnaps trinken.“ Weil er die Geschichte so spannend fand, dass der Schnaps „Linie“ erst über den Äquator gefahren werden muss, entschied er sich für dieses wärmende Getränk. Und ihm wurde erklärt, was ein Glückstädter Matjes ist. Doch der 63-Jährige entschied sich dann für Rührei mit Krabben. Spuren hinterließ der Oscarpreisträger, weil er sich im Gästebuch des Restaurants verewigte: „With best wishes. Danke. Geoffrey Rush“. Um das Buch hatte er gebeten. „Ein sehr angenehmer Gast“, schwärmt Claudia Raumann.

Geoffrey Rush war mit einem Filmteam vor Ort. Es geht um einen Dokumentarfilm, in dem er sich gemeinsam mit dem Filmer auf Spurensuche nach seinen Ahnen begibt. Denn das Rechercheteam hat herausgefunden, dass seine Vorfahren aus Wilster stammen.

In Glückstadt wurde im Wasmer-Palais gedreht und am Hafen, wo der Schauspieler auf einem Steg im Nebel saß. Geplant war auch, bei der Firma J.J. Augustin zu drehen, wo Rush inmitten jahrhundertealter Bücher sitzen sollte. Das Filmteam disponierte jedoch aus Zeitgründen um. So viel ist bekannt: Rush war begeistert von den historischen Orten, an denen er weilen durfte.

Karin Labendowicz, Leiterin der Stadtbücherei in Wilster, traf den Schauspieler zufällig. Sie war gerade dabei, im Spiegelsaal des Neuen Rathauses einen Leseabend vorzubereiten. „Er hat wenig gesprochen“, sagt Karin Labendowicz. Er gab ihr die Hand zur Begrüßung und sagte „Hello“. Als sie fragte, ob sie ein Foto von ihm machen dürfte, sagte er gleich Ja. „Er war sehr höflich. Dann verschwand er schnell ins Archiv.“ Die Wilsteranerin hatte im Nachhinein gehört, dass er in der Eisdiele von einem Kunden erkannt worden war.

Begleitet wurde das Filmteam von Christian Boldt, Vorsitzender der Glückstädter Detlefsen-Gesellschaft und Stadtarchivar aus Wilster. Leider durfte er sich zu den Dreharbeiten nicht äußern; er unterliegt, was Einzelheiten betrifft, der Schweigepflicht. Aber Andrea Bentschneider, zuständig für die deutschen Recherchearbeiten, verprach beim Drehen gegenüber unserer Zeitung: „Im August nächsten Jahres gibt es Informationen über den Film.“ Sie ist Spezialistin im Erforschen von Ahnen, sie ist eine der bekanntesten deutschen Genealoginnen. Dann wird auch bekannt gegeben, wer Rushs Vorfahren aus dieser Region waren. Der Film wird für das australische Fernsehen gedreht. Dorthin wanderten die Vorfahren des Schauspielers aus.

Geoffrey Rush war zunächst beim Theater, wo er sich auf Charakterrollen spezialisiert hatte. Er wechselte zum Film und drehte mit bekannten Regisseuren wie Steven Spielberg. Mit dem preisgekrönten Film Shine gelang ihm der internationale Durchbruch. Für diese Rolle bekam er 1997 den Oscar als bester Hauptdarsteller. Zwei Golden Globe Awards und ein Emmy sollten folgen. Geoffrey Rush ist seit 1988 mit der Schauspielerin Jane Menelaus verheiratet und hat mit ihr zwei Kinder.

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