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Norddeutsche Rundschau

15. Dezember 2017 | 15:42 Uhr

Kulturnacht : Genuss für Gaumen, Auge und Herz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Die neunte Glückstädter Kulturnacht hielt wieder Angebote für jeden Geschmack bereit. Es gab musikalische, kulturelle und kulinarische Leckerbissen. Und die Soroptimistinnen sammelten wieder Bücher für einen guten Zweck.

shz.de von
erstellt am 09.Sep.2013 | 11:45 Uhr

Kulinarik und Literatur, Musik und Kunst, Theater und Film – für Gaumen, Ohr, Auge und Herz, aber auch für die Lachmuskeln der Kulturnacht-Besucher wurde einiges geboten. Die neunte Glückstädter Kulturnacht wartete mit einem vielfältigen Programm auf.

Eine der Auftaktveranstaltungen war der Auftritt des Duos Du Silence im Wasmerpalais. Daniel Schröder (Klarinetten, Bassquerflöte) und Karin Pawolka (Sopran) trugen moderne Lieder verschiedener Sprachkulturen vor. Auf Spanisch, Französisch und in skandinavischen Sprachen besangen sie an dem Spätsommerabend düstere Winterlandschaften und den Tod – und vertonten so den derzeit sterbenden Sommer. Die musikalische Darbietung kam durch die Akustik im alten Stucksaal besonders gut zur Geltung.

Viele Gäste waren im Café der Bücherstube. Dort stellte Tania Schlie ihren neuen Roman vor – es ist der dritte, den sie unter dem Pseudonym Greta Hansen schrieb. Die Handlung spielt in der französischen Normandie. Deswegen wurden normannische Spezialitäten gereicht: Es gab Gallettes, Wein und Cidre. „Da haben wir den Bogen zur Elbe geschlagen, wir haben Cidre hier – er ist aber nicht aus Frankreich, sondern aus dem Alten Land“, sagte Inhaberin Renate Meyer. In dem Roman von Schlie geht es um die junge Frau Mathilde, die nach dem Ersten Weltkrieg in Frankreich lebt und den Maler Roger kennenlernt, durch sie inspiriert malt er sein bisher schönstes Bild.

Kulinarische Kultur wurde im Anno 1617 geboten: Der Sushi-Meister Cornell Ganea führte vor wie ein Profi Sushi macht. Erklärt wurde wie der Reis so klebrig wird (mit einer Mischung aus Salz, Zucker und Sake) und warum Ingwer dazu gereicht wird (um den Geschmack zu neutralisieren). Besonderer Leckerbissen dabei: Glückstadt-Sushi. Es wurde typisch mit Matjes und einer Hausfrauensoße kreiert.

Im Palais für aktuelle Kunst (PAK) wurde der erste Film von dem bekannten Regisseur, Autor und Schauspieler Detlev Buck gezeigt. Buck führte beispielsweise auch Regie bei der Verfilmung des Kehlmann-Romans „Die Vermessung der Welt“. Mit der Kurzfilm-Komödie „Erst die Arbeit und dann“ gab der Regisseur 1984 sein Debüt. Die zwei Vorführungen waren sehr gut besucht. Die derzeitige Ausstellung im PAK „Latvian Lattitude“ von jungen Künstlern aus Lettland beeindruckte.

Auf dem Traditionsschlepper Flensburg ging es dieses Jahr ganz traditionell zu. Die Glückstädter Jungs spielten auf Schifferklavier und mit rauer Seemannsstimme Shantys und vertellten Seemannsgarn. Vor allem bei den älteren Gästen sorgten sie für Stimmung.

Neu dieses Jahr: Ein Güterwaggon am Museumsgleis wurde zur Bühne umfunktioniert. Die „Barmstedter Speeldeel“ spielten auf hoch- und niederdeutsch amüsante Sketche.

Die Soroptimistinnen bauten einmal mehr einen Turm aus Büchern. Schon das dritte Jahr in Folge konnten gut erhaltene, alte Bücher zu ihnen gebracht werden. Die gespendeten Bücher werden auf dem Weihnachtsmarkt verkauft, der Erlös kommt wohltätigen Zwecken zugute. „Meistens bleibt der Erlös in Gückstadt – letztes Mal ging er zum Beispiel an das Jugendzentrum“, erklärte Claudia Dieckmann.

Einzig wünschenswert für das nächste Jahr: Kulturelle Angebote für das jüngere Publikum – daran fehlte es bei der neunten Kulturnacht.

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