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Fahrbücherei Steinburg : Genug Lesestoff auch auf dem Land

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

So kommt man auch auf den Dörfern an neuen Lesestoff: Die Fahrbücherei Steinburg bringt seit 50 Jahren Bücher in die Orte. Das Jubiläum wird zusammen mit Schülern der Schenefelder mit einem Tag des Buches gefeiert.

Wenn es bis zur nächsten Bücherei eine kilometerlange Anreise ist, muss eine andere Lösung her, damit auch auf dem flachen Land der Lesestoff nicht ausgeht. Die drei Gemeinden Schenefeld, Puls und Holstenniendorf schlugen deshalb vor genau 50 Jahren einen neuen Weg ein: Sie waren die ersten Gemeinden im heutigen Kreisgebiet (damals gehörten sie noch zum Kreis Rendsburg), in der die Fahrbücherei stoppte. Seit 1963 fährt sie durch den Kreis Steinburg und versorgt heute „Leseratten“ aus 55 Gemeinden mit Büchern und mittlerweile auch audiovisuellen Medien. Das Jubiläum feierte die Fahrbücherei Steinburg gestern in der Grund- und Gemeinschaftsschule Schenefeld, wo sie alle sechs Wochen Station macht. Kinder, Lehrer, Vertreter aus der Politik, der Steinburger Landrat Thorsten Wendt und der Direktor der Büchereizentrale Schleswig-Holstein Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen widmeten einen Vormittag dem Buch.

„Ein Tag, an dem wir alle feiern“, sagte Schulleiter Reinhold Bößer. Denn passend zum Jubiläum veranstaltete die Grundschule einen „Tag des Buches“. Für die Feier hatten die Drittklässler ein Lied einstudiert, Bücherbesprechungen vorbereitet und mit einem Gedicht auf den Punkt gebracht, warum die bedruckten Seiten auch im Zeitalter von iPad, Fernsehen und Smartphones als Unterhaltungsmedium nicht wegzudenken sind: „Das Buch ist geduldig, erzählt den Witz auch fünfmal“, „Ohne Bücher wäre es am Abend langweilig“ oder „Ohne Bücher würde unser Wissen an der Nasenspitze aufhören“, waren nur drei Argumente, warum man zum Buch zu greifen sollte.

„Lesen war schon immer etwas Besonderes“, betonte Bößer. „Es ist das wichtigste Kulturelement, das man sich aneignen kann.“ Auch das Fernsehen und Computer hätten das Buch nicht verdrängen können. Heute gäbe es sogar eine viel größere Auswahl an Büchern als noch vor 50 Jahren. Einige Titel wie etwa „Hanni und Nanni“ seien bis heute noch unter den beliebtesten Büchern, berichtete Fahrbüchereileiterin Gunhild Seifert. Mit der Vielfalt an Titeln seien auch die Busse gewachsen, gab Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen einen kleinen geschichtlichen Abriss. Der erste Bücherbus hatte 3000 Medien an Bord, heute sind es über 4500. Und die sollen im Idealfall auch allen zugänglich sein: „Es ist ein Zeichen bitterer Armut, wenn Kinder, Jugendliche und Erwachsene nicht lesen können. Das darf nicht sein und deshalb ist es schön, dass es die Fahrbücherei gibt“, machte Landrat Thorsten Wendt deutlich. Gerade im ländlichen Raum, wo man nicht mal eben in die Bücherei gehen kann, sei der Bücherbus wichtig. „So ist Bildung allen möglich, egal ob mit großem oder kleinem Portemonnaie.“ Lesen beflügelt außerdem die Fantasie, besonders bei Kindern. „Fliegen und Abenteuer könnt ihr im Buch erleben, wenn ihr euch in die Gedankenwelt des Helden versetzt und mit ihm um den Mond fliegt.“ Angesichts der vielen Dankesworte und des Erfolg der Fahrbücherei zeigte sich Gunhild Seifert hoffnungsvoll, was die kommenden Jahre angeht . „Wir können nicht in die Zukunft sehen, aber es gibt viele Anhaltspunkte dafür, dass wir in 50 Jahren den 100. Geburtstag der Fahrbücherei Steinburg feiern können.“




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erstellt am 18.Sep.2013 | 17:00 Uhr

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