Ausstellung : Genialer Künstler und Teekenner

Schiffe waren eine Leidenschaft von Karl Leipold.
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Schiffe waren eine Leidenschaft von Karl Leipold.

Detlefsen-Museum in Glückstadt: Ausstellung über Karl Leipold zu seinem 150. Geburtstag

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02. Juli 2014, 05:00 Uhr

Hans-Peter Widderich hält ihn für einen ganz großen Künstler: Karl Leipold. Seit Jahrzehnten beschäftig sich der Glückstädter mit dem Werdegang des Malers. Viele Kontakte knüpfte Widderich in 40 Jahren, um mehr über Leipold zu erfahren. Diesen Kontakten ist es jetzt auch mit zu verdanken , dass die große Leipold-Ausstellung im Detlefsen-Museum möglich wird. Am Sonntag, 6. Juli, wird sie um 11.30 Uhr eröffnet. Der Titel: „Karl Leipold – Heimat und Ferne, Zum 150. Geburtstag des Künstlers von Störort.“

Gezeigt werden 50 ausgewählte Gemälde. Sie stammen aus Privatbesitz, der Kunstsammlung des Detlefsen-Museums, dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und aus dem Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Gezeigt werden Bilder der norddeutsche Landschaft und Motive von Leipolds ausgedehnten Reisen unter anderem nach Italien, Spanien und in die Südsee.

Karl Leipold wurde am 12. Januar 1864 in Duisburg geboren und starb am 1. April 1943. Von 1899 bis 1941 hatte ihm ein Freund ein Haus in Störort zur Verfügung gestellt. Dort malte er, dort lebte er mit seiner Frau Pauline. Er selbst sprach von seiner „künstlerischen Heimat“.

Dr. Catharina Berents, Direktorin des Detlefsen-Museums: „Bei Sturmflut häufig vollständig von Wasser umgeben, wurde dieser Ort zu einer Insel, die ihm die notwendige Distanz zur Außenwelt für sein künstlerisches Schaffen bereitstellte. Von Störort aus studierte er die Landschaft und die Naturphänomene.“ Leidenschaftlich liebte er das Segeln und mit Leidenschaft malte er Schiffe, das Meer, die Küste und Häfen.

Karl Leipold war als genialer Künstler, aber auch als sonderbarer Kauz bekannt. Dies griff der Hamburger Schriftsteller Hans Leip (1893-1983) in seinen Geschichten auf. Er charakterisierte den Maler als „rauen Patron“, als den Liebhaber Italiens und der Landschaft der Elbmarschen“. Er schrieb auch über Karl Leipold als passionierten Teetrinker. Die Sammlung von Teegeschirr spielt eine zentrale Rolle in Leips Geschichte. Die Leipolds empfingen gerne Besuch. Es wurden Feste gefeiert, große Pläne für Reisen gemacht und zur Teestunde die Kunst und die Welt diskutiert. Im Detlefsen-Museum werden daher nicht nur Leipolds Bilder, sondern auch Utensilien aus dem Künstlerhaushalt gezeigt. Zu sehen ist die chinesische Teekanne des Künstlers aus rotem Ton, sein Reiseteegeschirr, seine Mokkamühle, originale Möbelstücke und vieles mehr aus dem Bestand des Haushaltes in Störort.

Die Ausstellung zeigt zudem Fotografien des Leipold‘schen Hauses in Störort, die die Atmosphäre und den Charme dieses Ortes widerspiegeln.

Dr. Berents: „Zahlreiche Gemälde aus allen Schaffensphasen dokumentieren die Liebe Karl Leipolds zur Landschaft an der Elbe und Stör. Ebenso lagen seine Inspirationsquellen und Bildgegenstände in der Ferne. Motive wie der Markusplatz und die Seufzerbrücke in Venedig, die Engelsburg in Rom, die Hagia Sophia in Istanbul oder Felsenformationen der Insel Salas y Gomez stehen den kontemplativen Landschaften der Elbmarchen mit reetgedeckten Bauernhöfen, Windmühlen und Schiffen gegenüber.“

Die Ausstellung wird bis zum 15. Februar 2015 gezeigt.

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