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Norddeutsche Rundschau

20. November 2017 | 10:55 Uhr

Hilfe für Sinja : Genetischer Zwilling gesucht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Sinja Nicolai aus Kiebitzreihe ist an Blutkrebs erkrankt. Eine große Typisierungsaktion findet am 4. November statt.

shz.de von
erstellt am 22.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Die 31-jährige Sinja Nicolai aus Kiebitzreihe hat Blutkrebs. Noch wird sie mit Chemotherapie behandelt, doch wirklich helfen kann ihr nur eine Stammzellenspende. Da für viele Patienten die weltweite Suche nach einem „genetischen Zwilling“ erfolglos verläuft, haben Freunde und Bekannte der jungen Frau eine große Registrierungsaktion am Sonnabend, 4. November, in der Grundschule Kiebitzreihe organisiert. Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann zwischen 10 und 15 Uhr einen Wangenabstrich mit einem Wattestäbchen vornehmen lassen, über den die Gewebemerkmale erfasst werden. Auch Geldspenden werden dringend benötigt, da der gemeinnützigen Gesellschaft DKMS allein für die Registrierung eines jeden neuen Spenders Kosten in Höhe von 35 Euro entstehen. Die Bürgermeisterinnen aus Kiebitzreihe und Kölln-Reisiek, Frauke Biehl und Kerstin Frings-Kippenberg, unterstützen gemeinsam als Schirmherrinnen das Engagement von Familie und Freunden.

Sinja Nicolai arbeitet in den Glückstädter Werkstätten, da sie von Geburt an eine geistige Einschränkung hat und spezielle Förderung benötigt. Schon mit vier Jahren begann sie zu reiten und ist seitdem regelmäßiger Gast auf dem Reiterhof. Ihr Lieblingspferd Madonna hat sie bislang jede Woche geritten. Doch die Diagnose Blutkrebs warf die sonst so lebensfrohe Frau aus dem Sattel. Sie darf keinen Kontakt zu den Pferden haben und damit natürlich auch nicht mehr auf Madonna reiten.

Zurzeit befindet sich die Kiebitzreiherin in Behandlung mit Chemotherapie und es ist noch nicht klar, ob man mit einer Transplantation den Blutkrebs besiegen kann. Doch ihre Familie und Freunde wollen keine Zeit verlieren, denn die Spendersuche für Sinja Nicolai könnte jeden Tag gestartet werden.

Initiatorin der Aktion ist Annika Meyer aus Kölln-Reisiek, eine gute Freundin der Familie. „Es ist für mich eine Herzensangelegenheit zu helfen“, sagt Meyer, die bereits in der Vergangenheit mehrfach ehrenamtlich für die DKMS tätig gewesen ist. „Es gibt so viele Patienten, die auf einen passenden Spender warten – wir wollen versuchen zu helfen“, sagt die Arzthelferin.

Aktuell ist sie dabei, für den 4. November ein großes Team zusammenzustellen. Bis zu 60 Helfer werden benötigt, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. „Die Familie von Sinja steht voll dahinter“, betont sie. Damit möglichst viele Spender kommen, gibt es auch eine Kinderbetreuung mit Dartspielen, Schminken und Malen. Bei einer Tombola können kleine Preise gewonnen werden.

Auch die Schirmherrinnen Frauke Biehl und Kerstin Frings-Kippenberg ließen sich nicht lange um Unterstützung bitten. „Wir müssen in Notsituationen zusammenhalten und einander helfen“, ist Biehl überzeugt. Und Frings-Kippenberg ergänzt, dass „man als passender Spender nur gefunden werden kann, wenn man sich auch registrieren lässt“. Beide appellieren an die Bevölkerung: „Wir haben uns schon vor Jahren typisieren lassen, es tut nicht weh, machen Sie mit! Sie können vielleicht ein Leben retten.“

Info: Das Motto heißt „Helden gesucht!“ Die Registrierung geht einfach und schnell: Nach dem Ausfüllen einer Einverständniserklärung wird beim Spender ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen vorgenommen, damit seine Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können. Spender, die sich bereits in der Vergangenheit registrieren ließen, müssen nicht erneut mitmachen. Einmal aufgenommene Daten stehen auch weiterhin weltweit für Patienten zur Verfügung.Da die DKMS als gemeinnützige Gesellschaft im Kampf gegen Blutkrebs auf Spendengelder angewiesen ist, wird um finanzielle Unterstützung gebeten.


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