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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 18:13 Uhr

Gemeinsam Musik erleben

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Bläserklasse des Brunsbütteler Gymnasiums lässt schon nach den ersten vier Wochen Unterricht aufhorchen

Es ist mal gerade vier Wochen her, dass am Gymnasium Brunsbüttel eine spezielle Bläserklasse eingerichtet wurde. In die Sexta b wurden ausnahmslos die Jungen und Mädchen eingeschult, die sich für eine Anfänger-Bläsergruppe angemeldet hatten. Volker Arendts als Musiklehrer führt die Zehn- und Elfjährigen in drei Musikstunden pro Woche behutsam an die Blech- und Holzblasinstrumente und die Notenlehre heran. Vier Instrumentallehrer der Dithmarscher Musikschule erteilen speziellen Unterricht an Posaunen, Trompeten, Querflöte, Klarinette und Saxophon. Weil eine große Tuba für die Kinder noch zu groß wäre, sind auch zwei besondere Instrumente im Einsatz. Das so genannte Euphonium bezeichnete Arendts als „etwas eingelaufene Tuba“. Es sei „ein relativ seltenes Instrument, aber mit einem wunderbaren Klang“.

Gemeinsam mit dem Schulleiter, Oberstudiendirektor Hans-Walter Thee, stellte Arendts seine 20-köpfige Bläserklasse im Musikraum des Gymnasiums vor. Wenn man berücksichtige, dass die Kinder vor vier Wochen ihre Instrumente erhielten und erst wenig geprobt hätten, ließen sie jetzt schon die erste „runde Musik“ erklingen. „Das ist schon ein Wahnsinnsschritt“, sind sich Thee und Arendts einig. Das gemeinsame Musikerlebnis steht im Zentrum.

Als Vorsitzender der Fachschaft Musik am Gymnasium hat Volker Arendts des Bläserprojekt entwickelt. Die Ausstattung der Bläserklasse mit schuleigenen Instrumenten sei nicht möglich gewesen, bedauerte Thee. Die Gesamtkosten habe man mit gut 18 000 Euro überschlagen. Umso dankbarer sei die Schule für die finanzielle Unterstützung durch Sponsoren. So kamen 2000 Euro aus der Brunsbütteler Repowering-Stiftung, 800 Euro von der Brunsbüttel Ports GmbH und jeweils 600 Euro vom Supermarkt Frauen und von der AktivRegion Dithmarschen über deren Praxispool zur Talenteförderung. Weitere knapp 2000 Euro kamen über mehrere Förderer zustande, die nicht genannt werden möchten. Für das kommende Jahr hoffen Hans-Walter Thee und Volker Arendts auf entsprechende Zuschüsse des Schulträgers. „Wir haben einen solchen Antrag für den Haushalt 2014 an die Stadt Brunsbüttel gestellt“, berichtete der Schulleiter. Er dankte allen bisherigen Sponsoren, denn insbesondere in der Anschubphase sei die Arbeit ohne Finanzmittel nicht zu leisten. Man sei schon jetzt mit weiteren möglichen Förderern im Gespräch.

Insbesondere bei den Holzblasinstrumenten habe die Musikschule Dithmarschen mit Miet- oder Leihgeräten ausgeholfen. „Wir möchten aber so schnell wie möglich eigene Instrumente einsetzen“, sagte Hans-Walter Thee, der an dieser Stelle auch den Personaleinsatz der Musikschule bei der Instrumentalausbildung dankbar hervorhob.

„Wir betreiben keine Eliteförderung“, schränkte Musiklehrer Volker Arendts ein. Die Eltern zahlen pro Schüler einen Monatsbeitrag von 35 Euro für Instrument, dessen Versicherung und den Instrumentalunterricht. Für Kinder, deren Eltern diesen Beitrag nicht aufbringen können, springt der Förderfonds der Schule ein.

Das Projekt ist zwar zunächst auf die zwei Jahre der Orientierungsstufe begrenzt, soll aber schon im Schuljahr 2014/15 für die nächste Sexta fortgesetzt werden. „Die Musikausbildung soll aber auch in der Mittelstufe nicht verloren gehen“, sind sich Thee und Arendts einig. Denkbar ist ein Einmünden in das Schulensemble oder in die Big-Band des Gymnasiums. „Wir lassen die Kinder nicht im Stich“, versprach der Musiklehrer. „Für uns ist das ein Experiment. Wir sind guter Dinge“, ist der Schulleiter optimistisch.

Mit aufgeblasenen Wangen brachten die Kinder ihre Blasinstrumente zum Klingen. „Ich kann schon einiges auswendig“, verkündete die zehnjährige Laura, die zuhause bereits Klavier spielen gelernt hat. Die elfjährige Zoe hat eines der beiden Euphonien übernommen. „Ich habe mich dafür entschieden, weil ich die anderen Instrumente nicht so gut spielen kann.“ Neben ihr sitzt der zehnjährige Jönne. Für ihn ist das Euphonium das erste Blasinstrument. „Zuhause spiele ich Schlagzeug.“

„Haben sich die Nachbarn schon beschwert“, wollten wir von dem zehnjährigen Tobias, dem Enkel von Bürgervorsteherin Karin Süfke, wissen. „Nur, weil bei ihnen meine Trompete zu leise ankommt“, scherzte der Zehnjährige. Er hatte sich für die Trompete entschieden, „weil ich da den einzigen Ton rausbekommen habe“.

Jetzt heißt es weiter üben. Der erste öffentliche Auftrittstermin wird schon angepeilt. „Die Kinder werden wohl bei unserem Weihnachtskonzert zeigen können, was sie in kurzer Zeit gelernt haben“, kündigte Schulleiter Hans-Walter Thee an.

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erstellt am 21.Sep.2013 | 05:00 Uhr

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