Gemeinde rutscht in die roten Zahlen

Bürgermeister Fritz Körner, seit 19 Jahren im Amt, will sich wieder zur Wahl stellen.  Foto: Zukowski
Bürgermeister Fritz Körner, seit 19 Jahren im Amt, will sich wieder zur Wahl stellen. Foto: Zukowski

Straßenerneuerung verschlingt viel Geld/Im kommenden Jahr voraussichtlich auf Sonderbedarfszuweisungen angewiesen

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30. März 2013, 03:59 Uhr

Auufer | Was planen die Gemeinden in 2013? Wo drückt die Kommunen der Schuh? Und wie laufen die Vorbereitungen auf die Kommunalwahl im Mai? In einer Serie beleuchtet unsere Zeitung alle über 100 Gemeinden in der Region. Heute: Auufer.

"Wir machen jedes Jahr ein Stück und wenn wir hinten angekommen sind, fangen wir vorne wieder an", erzählt Auufers Bürgermeister Fritz Körner. Die Rede ist von den zwölf bis 14 Kilometern Gemeindestraßen, die zu dem östlichsten der sechs Moordörfer nahe Kellinghusen zählen und die aufgrund schwieriger Untergründe und starker Belastungen ständig erneuert werden müssen - auch 2013. "Schlecht" sei es daher um die Finanzen der Gemeinde bestellt, so Körner. Im kommenden Jahr werde man voraussichtlich auf Sonderbedarfszuweisungen angewiesen sein.

Allerdings stehen, abgesehen von den Straßenbaumaßnahmen, aktuell keine weiteren Investitionen an, da "in den letzten Jahren viel getan wurde": Ein neues Feuerwehrauto, ein neues Feuerwehrgerätehaus und renovierte Gemeinschaftsräume kann die Gemeinde aufweisen. Zudem hofft Körner, dass die Gemeinde zeitnah einen Breitband-Internetanschluss bekommt. "Hier klappt das gerade noch", meint der pensionierte Landwirt bezüglich der Übertragungsleistung, setzt seine Hoffnung jedoch in den Breitband-Zweckverband.

Trotz finanzieller Nöte ist Auufer in anderen Bereichen auf einem guten Weg. So verzeichnet die 150-Seelen-Gemeinde einen Aufwärtstrend in ihren Einwohnerzahlen. Der Zuzug junger Familien mit Kindern sei in Auufer keine Seltenheit, so Körner, und auch einige von privat verkäufliche Baugrundstücke seien noch zu haben.

Die Betreuung der jüngsten Kinder ist durch den Kindergarten "Die Moorwichtel" in Breitenberg gesichert, an dessen Ausbau um eine weitere Spielgruppe sich auch die Gemeinde Auufer finanziell beteiligt. Bis zur Schließung der Grundschule im Sommer werden auch die Grundschüler in Breitenberg unterrichtet, danach müsse man sich umorientieren. "Das Meinungsbild hier im Dorf spricht ganz klar für die Grundschule in Wrist", berichtet Körner.

Während die Breitenberger Schule aufgrund zu geringer Schülerzahlen geschlossen werden muss, hat die Freiwillige Feuerwehr Auufer/Wittenbergen keine Nachwuchssorgen. Eine starke Mannschaft aus 40 Aktiven, "davon 2/3 richtig junge Leute" habe die Wehr vorzuweisen. Laut Körner sei dies ebenso bemerkenswert wie die Anzahl der Vollerwerbsbetriebe in seiner Gemeinde: zehn landwirtschaftliche Höfe prägen den Ort, darunter der familieneigene Hof, den sein Sohn Frank bereits in der fünften Generation führt. Landschaftlich hat Auufer "Hochmoor, Heide und weites, weites Land" zu bieten. Die Zusammengehörigkeit im Dorf ist gut, man sei zufrieden und helfe mit, wo es nötig ist, erzählt der Bürgermeister. Regelmäßige Aktivitäten wie das Dorffest oder die Seniorenweihnachtsfeier seien fester Bestandteil im Kalender.

Auch nach 19 Jahren Amtszeit ist Körner bereit, sein Amt weiterhin auszuführen. Er wisse zwar noch nicht, ob es weitere Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 26. Mai gibt, aber er wird sich für die Kommunale Wählervereinigung, die in Auufer allein politisch aktiv ist, in jedem Fall wieder aufstellen lassen.

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