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Norddeutsche Rundschau

22. November 2017 | 00:23 Uhr

Einwohnerversammlung : Gemeinde plant Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Baugebiete und ein Industriepark sind in Lägerdorf in Arbeit. Die Einwohnerzahl legt wieder zu.

von
erstellt am 04.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Gute Aussichten für die Lägerdorfer – dies galt bei der Einwohnerversammlung gleich doppelt. Zum einen hat die Kommune viele erfolgversprechende Projekte angeschoben, zum anderen haben die Bürger bald einen herausragenden Blick in die Kreidegrube Heidestraße. Der von der Firma Holcim angekündigte Aussichtsturm nimmt Formen an, er soll jetzt zusammen mit der Gemeinde verwirklicht werden. Das kündigte der technische Werkleiter Morten Holpert an. Als Standort sei nach intensiver Diskussion und nach geologischer Untersuchung ein zentraler Platz am Dägelinger Weg gewählt worden. „Jetzt wollen wir das Projekt zusammen mit der Gemeinde zügig umsetzen.“ 40 000 Euro lässt sich Holcim die Plattform kosten.

Holpert berichtete den über 100 Einwohner ferner von Grundreparaturen, die kürzlich im Werk vorgenommen worden waren. Dazu zählten Arbeiten an den Mühlen eins und zwei und vor allem am Ofen 11, wo ein neuer Hauptbrenner eingebaut wurde, um auf den neuesten Stand der Technik zu bleiben. Dafür sei der Ofen Anfang März heruntergefahren worden, gestern wurde er wieder in Betrieb genommen. Um die Lärmbelastung zu reduzieren, sei darüber hinaus am Bagger in der Grube Heidestraße ein anderes Schaufelrad eingebaut worden. Und ein ganz entscheidendes, innovatives Projekt sei angelaufen: Prepol SC. Eine spezielle, mit Stufen ausgerüstete Brennkammer erlaubt bei der Zementproduktion nun die Verbrennung grobstückiger, nicht flugfähiger Ersatzbrennstoffe im Ofenprozess. Vorteil laut Karsten Becker, der das gemeinsam von Holcim und Thyssen-Krupp konzipierte Projekt vorstellte: Es ist kosten- und ressourcensparend. 14 Millionen Euro hat Prepol, an dem seit 2011 gearbeitet wurde, gekostet. „Damit konnten wir den Standort Lägerdorf für die nächsten zehn bis 20 Jahre absichern“, sagte Becker über die Bedeutung der neuen Technik.

Die mittlerweile gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Zementwerk verdanke Lägerdorf auch Leo Mittelholzer, Vorstandsvorsitzender der Holcim Deutschland, sagte Bürgermeister Heiner Sülau. Mit ihm sei eine „fruchtbare, kollegiale und verantwortliche Zusammenarbeit entstanden“. Da Mittelholzer Ende des Monats in Ruhestand geht, bedankte sich Sülau mit einer Chronik.

Nicht nur im Zementwerk ist viel passiert – auch in der Gemeinde. Unter anderem hat sich die Einwohnerzahl wieder stabilisiert. Seit dem Tiefstand Ende 2009 mit 2500 Einwohnern verzeichnete Lägerdorf 100 Zuzüge auf jetzt 2606 Bürger. „Wir sind damit die Gemeinde mit den größten Zuwächsen im Amt Breitenburg.“

Weitere erhofft sich die Gemeinde durch neue Baugebiete, die jetzt geschaffen werden sollen, wie der Bauausschussvorsitzende Jürgen Tiedemann betonte. Im Wiesenweg stehen 24 000 Quadratmeter zur Verfügung, 20 Bauplätze könnten dort entstehen. „Das ist das erste Mal seit 1983, dass wir wieder Bauland ausweisen können.“ Der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan soll Mitte April gefasst werden. Und auf dem Kampgelände, wo ein gemischtes Bau- und Gewerbegebiet (zwölf Bauplätze plus Gewerbe) entstehen soll, gehe es auch weiter, fast alle Verträge seien unterschrieben. In der Endphase seien auch die vorbereitenden Arbeiten für den Industriepark Steinburg an der A 23, der gemeinsam mit Neuenbrook und Rethwisch entwickelt werde. „Wir hoffen, dass wir jetzt alles schnell hinbekommen“, denn die Investoren stünden bereit. Laut Sülau könnten in den nächsten Jahren dort 50 bis 200 neue Arbeitsplätze entstehen.

Viel Geld habe die Gemeinde in den vergangenen Jahren in die Kindergärten und in die Schule (1,8 Millionen Euro) gesteckt. Während die Kindergärten einschließlich Krippe voll belegt sind, gehen der Schule allerdings die Kinder aus. Die Gemeinschaftsschule schließt 2015 endgültig, die Grundschule wird sich, so Sülau, knapp über den erforderlichen 80 Mädchen und Jungen halten. Aber die Gemeinde plane voraus, mit der Schule Rethwisch sollen Gespräche über eine Kooperation geführt werden.

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