Verkehr : Gemeinde fordert Radweg-Sanierung

Hofft auf eine baldige Sanierung des maroden Radweges: Bürgermeister Hans-Otto Schröder.
Hofft auf eine baldige Sanierung des maroden Radweges: Bürgermeister Hans-Otto Schröder.

Land will ab April die Landesstraße 119 ausbessern. Der Grevenkoper Bürgermeister möchte parallel die Radler-Strecke herstellen lassen .

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23. März 2017, 12:11 Uhr

Seit Jahren fordern die Grevenkoper die Sanierung der maroden Radwege an den Landesstraßen 112 und 119. Bisher ohne Erfolg. Doch jetzt will das Land vom 18. April bis Anfang Juni die Straßendecke der L  119 erneuern. Und sollte in diesem Zusammenhang auch den daneben verlaufenen Radweg mit einer neuen Decke versehen, sagt Bürgermeister Hans-Otto Schröder. Das wäre sinnvoll und kostengünstig.

Das Land saniere die Fahrbahn, weil die L 119 beim Ausbau der B 431 zwischen Glückstadt und St. Margarethen als Umleitung dienen solle, so Schröder. Der Radweg bleibe jedoch außen vor. Nachdem er dies kürzlich bei einem Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr erfahren habe, sei das Amt Krempermarsch aktiv geworden und habe im Namen der Gemeinde einen Brief an Verkehrsminister Reinhard Meyer geschickt. Darin heißt es unter anderem: „Das Land ist angehalten, auch für die Fahrradwege entlang der Landesstraßen für eine gefahrlose Nutzung durch Fußgänger und Fahrradfahrer zu sorgen. Auch die Fahrradwege gehören neben den Straßen zum Infrastrukturvermögen des Landes. Insofern kann die Gemeinde Grevenkop nicht nachvollziehen, dass die Straße, die sich in einem wesentlich besseren Zustand befindet als die Radwege, erneuert wird und die Radwege nicht.“ Für Hans-Otto Schröder ist eine Radweg-Sanierung unbedingt erforderlich, denn auf der Straße könne niemand radeln. Dort seien monatlich 50  000 bis 60  000 Fahrzeuge unterwegs, Radfahren sei dort zu gefährlich.

Schon vor drei Jahren wurde der Minister schriftlich von der Gemeinde aufgefordert, den Radweg wieder ordnungsgemäß herzustellen. Damals teilte Meyer unter anderem mit, dass Radwege mit einer nicht hohen Priorität nach dem landesweiten Radverkehrsnetz nachrangig saniert bzw. aufgegeben werden müssen. Deshalb, so fordert die Gemeinde jetzt in ihrem erneuten Schreiben, wäre es konsequent, die Landesstraße 119 nunmehr so auszubauen, dass diese auch sicher von Radfahrern genutzt werden könne. „Eine Alternative wäre, die Radwege nicht aufzugeben und ebenfalls im Zuge der vorgenannten Baumaßnahme zu sanieren, was ausdrücklich von der Gemeindevertretung Grevenkop favorisiert wird.“

Bürgermeister Schröder weist auch auf Elskop hin, wo nach vielen Jahren jetzt ein Radweg an einer Kreisstraße, die bei weitem nicht so befahren werde wie die L 119, gebaut wird. Hier bezuschusst das Land den Bau mit 1,5 Millionen Euro. „Ich gönne den Elskopern den Radweg, verstehe dann aber die Entscheidung nicht, warum in Grevenkop nicht saniert wird.“

Für das Land hat sich die Situation gegenüber 2014 nicht geändert, wie ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage unserer Zeitung betont. „Die Nutzung der Fahrbahn durch den Radverkehr ist in Schleswig-Holstein auf 1350 Kilometer Landesstraße zwingend, da dort überhaupt kein Radweg vorhanden ist. Also ist dies aus unserer Sicht auch hier – besonders auf einer sanierten Fahrbahn – möglich.“


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