Gemeinde-Alltag der Gegensätze

Im Seniorenkreis berichteten sie von Indien und vom Partnerschaftsprojekt (von links): Anantaprasad Mattam, Mareile Grulke und Pastor Eckart Grulke.
Im Seniorenkreis berichteten sie von Indien und vom Partnerschaftsprojekt (von links): Anantaprasad Mattam, Mareile Grulke und Pastor Eckart Grulke.

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08. Mai 2015, 17:14 Uhr

Interkultureller Austausch und Friedensarbeit – das liegt Anantaprasad Mattam am Herzen. Und das ist auch Schwerpunkt des Partnerschaftsbesuchs einer fünfköpfigen Delegation aus dem Bundesstaat Orissa im Osten Indiens in Norddeutschland. Darunter Anantaprasad Mattam und Bidusi Sirka, die zurzeit in St. Margarethen bei Pastor Eckart Grulke und seiner Familie wohnen. Insgesamt drei Wochen verbringen beide hier. Am Beginn stand ein Vorbereitungsseminar der Nordkirche in Plön, am Ende wird es noch ein Abschlussseminar geben, bei dem die indischen Gäste das Erlebte reflektieren werden.

In St. Margarethen lernen Anantaprasad Mattam und Bidusi Sirka das Gemeindeleben kennen, fühlen sich in St. Margarethen ausgesprochen wohl. Als versierte Dolmetscherin fungiert Tochter Mareile Grulke. Die 19-Jährige verbrachte gerade fünf Monate im Rahmen eines Freiwilligendienstes in Littiguda, einem Dorf in Orissa. Der dortige Pastor Dinesh Kumar Chand, dessen Frau Anna aus Bad Bramstedt kommt – ist Friedensbeauftragter, gestaltet viele Projekte zwischen der Breklumer Mission, der evangelischen Nordkirche und den indischen Christen mit. Und Anantaprasad Mattam ist Sekretär der Adivasi-Kirche sowie von vier Schulen. Adivasi sind Christen, die Ureinwohner Indiens gehören keiner Kaste an. Sie sind die Ärmsten der Armen, „70 Prozent der Adivasi sind Analphabeten“, erzählt Anantaprasad Mattam vor den älteren St. Margarethenern im Seniorenkreis. Es herrscht Angst vor Terror, das Leben ist beschwerlich. Der christliche Glaube gibt den Menschen dort Kraft, „er stärkt ihr Selbstwertgefühl“, betont Pastor Eckart Grulke. Und trotz schwieriger Lebenssituation: „Die Menschen dort sind unheimlich gastfreundlich“, erzählt Mareile Grulke. Sie zeigt den Senioren ihrer Heimatgemeinde Fotografien aus den fünf Monaten ihres dortigen Aufenthalts, den sie „total genossen“ habe. „Es war eine intensive, herzliche Zeit, ich war vollkommen im Dorf integriert und habe viele Freundschaften geschlossen.“

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