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Norddeutsche Rundschau

24. November 2017 | 21:37 Uhr

Glückstadt : Gelebte Tradition seit 375 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Glückstädter Schützengilde feiert markanten Geburtstag. Im Detlefsenmuseum wurden Ehrentafeln und Urkunden überreicht.

„Ursprünglich hatten wir gar keine Feier geplant, aber jetzt sind wir froh, dass so viele unserer spontanen Einladung gefolgt sind“, freute sich Anke Strackerjan, Vorsitzende der Glückstädter Schützengilde. Diese feiert in diesem Jahr ihren 375. Geburtstag – und das wurde im Detlefsenmuseum gebührend gefeiert.

Dafür, dass eigentlich keine Jubiläumsfeier geplant war, kamen erstaunlich viele und hochkarätige Gäste. Anke Strackerjan begrüßte unter anderem den stellvertretenden Kreispräsidenten Volker Susemihl, den Vizepräsidenten des Landessportverbandes Heinz Jacobsen, den Vorsitzenden des Kreissportverbandes Himmet Kaysal, den Vizepräsidenten des Norddeutschen Schützenbundes Alfred Koitzsch, den Vorsitzenden des Kreisschützenverbandes Günter Voß und Bürgervorsteher Paul Roloff. Auch die Schützenverbände der umliegenden Städte und Gemeinden waren in großer Zahl nach Glückstadt gekommen, um mit den hiesigen Schützen zu feiern.

Dank des guten Wetters konnte die Feier im Garten des Museums stattfinden. Dort gab es nach der offiziellen Begrüßung und vielen Gratulationen eine kleine Stärkung zu Mittag und ein reichhaltiges Kuchenbüfett. Am Nachmittag fand dann im Rahmen der Jubiläumsfeier auch die Proklamation des diesjährigen Schützenkönigs und seines Hofstaats statt. Beim alljährlichen Schießen hatte sich in diesem Jahr eine Dame durchgesetzt. Petra Krall wurde Schützenkönigin. Ihre Ritter sind Gerd Steppat und Klaus-Jürgen Postel.

Zuvor informierte Museumsleiter Christian Boldt die Gäste über die Geschichte der Glückstädter Schützengilde. Obwohl es sicherlich unzählige Anekdoten hätte erzählen können, fasste sich der engagierte Historiker kurz, kam jedoch nicht umhin, die umfangreichen Statuten, die es zu Beginn der Schützengilde zu befolgen galt, in Teilen vorzustellen. Ein kleines Schmankerl daraus: Einige Strafen, die es bei Nichteinhalten der Regeln abzuleisten galt, mussten mit einer Tonne Bier abgegolten werden. Und auch, wenn die Geschichte der Schützengilde „erst“ 375 Jahre lang ist, so wusste Christian Boldt doch, dass die Anfänge der Gilden sogar noch weiter zurückliegen. Denn schon bald nach der Gründung der Stadt wurde in den Quellen eine Brand- und Schützengilde erwähnt. Das Schießen wurde nur einmal im Jahr als großes gesellschaftliches Ereignis durchgeführt.

Die neue Glückstädter Gilde wurde am 18. Juni 1642 vom damaligen Gouverneur der Festung Glückstadt mit ihrer Satzung genehmigt. Zur reinen Schützengilde wurde sie dann erst im Jahr 1696, als die Feuerverordnung der Stadt und Festung Glückstadt erlassen wurde. Hierdurch verlor die Gilde ihre Zuständigkeit für das Brandschutzwesen. Die Traditionen der Gilde wurden jedoch aufrechterhalten und werden bis heute gepflegt. Dafür zollte unter anderem Volker Susemihl dem Verein großen Respekt und Anerkennung. „375 Jahre die Tradition zu pflegen, ist eine große Leistung“, dankte er dem Verein. Auch Heinz Jacobsen sprach seinen Dank aus, ebenso wie die Vertreter des Landes- und Kreisschützenverbandes. Als Anerkennung wurden Ehrentafeln überreicht. „Die werden nicht jedem verliehen“, stellte Alfred Koitzsch heraus. „Wir werden sie in Ehren halten“, versprach Anke Strackerjan.

Anlässlich des Jubiläums wurde ein Teil aus dem Fundus des Schützenvereins, unter anderem die alten Königsketten, ans Museum übergeben, wo es in den nächsten Jahren als Teil der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte zu sehen sein wird.



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