"Geldwäscher" wollen an die Spitze

Erfolgreich  eine Bank auf dem Finanzmarkt behauptet: die 'Geldwäscher' Joshua Lühmann, Mathis Gosch, Karsten Timm, Nils Engelbrecht und Simon Kohrs (v. li.) mit Oberstudiendirektor Hans-Walter Thee und Wirtschaftslehrer Jens Steinfeld (re.). Foto: pöschus
Erfolgreich eine Bank auf dem Finanzmarkt behauptet: die "Geldwäscher" Joshua Lühmann, Mathis Gosch, Karsten Timm, Nils Engelbrecht und Simon Kohrs (v. li.) mit Oberstudiendirektor Hans-Walter Thee und Wirtschaftslehrer Jens Steinfeld (re.). Foto: pöschus

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04. März 2011, 12:30 Uhr

Brunsbüttel | Zehntklässler als Börsianer - und das mit durchschlagendem Erfolg. Denn eine Mannschaft des Gymnasiums der Schleusenstadt wird im April am Finale eines vom Bundesverband der deutschen Banken ausgeschriebenen Wettbewerbs teilnehmen. Das Team "Geldwäscher" hat sich erfolgreich auf dem imaginären Börsenparkett bewegt. In der Hauptstadt geht es nun um einen Platz auf dem Siegertreppchen, der dem Gymnasium eine Prämie von 3000 bis 5000 Euro einbringen könnte.

Joshua Lühmann, Nils Engelbrecht, Mathis Gosch, Simon Kohrs und Karsten Timm haben seit November vorigen Jahres ein dickes Plus eingefahren: rund 81 Millionen Euro. In der realen Wirtschaft, so Lehrer Jens Steinfeld anerkennend, wäre das " ein gigantisches Ergebnis" gewesen.

Das Geheimnis des Wirtschaft- und Politik-Pädagogen: "Wir sind unter den Banken von insgesamt 880 Schulen als ganz kleines Unternehmen mit überschaubarer Struktur angetreten." Nicht die Gier nach fortwährender Expansion habe die Schüler getrieben, sondern die Suche nach profitablen Geschäftsideen. Das mache das Planspiel des Bankenverbands so lehrreich: "Die Schüler sehen, man muss sehr sorgfältig mit dem Geld umgehen. Das vergessen manche Banker in der Realität."

Auch Schulleiter Hans-Walter Thee lobt das Projekt, bei dem die Teilnehmer den realen Aktienmarkt beobachteten und angelehnt an den Aktienindex DAX ihre Entscheidungen fällten. Berechnen, Abwägen, Vorausschauen, Strategien entwickeln - all das fordere das Verantwortungsbewusstsein heraus.

Dass die "Geldwäscher" nach Berlin ins Finale fahren, verdanken sie ihrem knappen Vorsprung vor einem weiteren Sieger-Team des Gymnasiums: Sie erwirtschafteten gerade einmal 500 000 Euro mehr. Noch eine dritte Gruppe wurde auf ihrem Markt - insgesamt gab es 20 Märkte - Sieger, die vierte Mannschaft schaffte es immerhin auf Rang vier. Doch nur die Erfolgreichsten einer Schule dürfen in die Endrunde, besagt das Reglement.

Vorher hätten sie gar nicht so viel mit dem Finanzwesen am Hut gehabt, erzählen die Pennäler. Zumindest in der ersten Freude über das gute Abschneiden können sie sich nun durchweg vorstellen, eines Tages ihre Brötchen in der Finanzwelt zu verdienen.

Bis zur Abreise am 14. April geht es nun an den Feinschliff. "Unsere Schüler haben in den letzten Monaten unglaublich viel über Aktien, Bilanzen und Zinssätze erfahren", sagt Jens Steinfeld, "jetzt gilt es, sie auch mental für die unter extremem Zeitdruck durchgeführte Finalrunde zu stärken." Mit der richtigen Strategie und der passenden Analysefähigkeit könne das gelingen. "Wir wollen diesmal aufs Treppchen." Immerhin, im vorigen Jahr kamen Brunsbütteler Gymnasiasten auf Rang sieben im Finale.

So hohe Anforderungen stellt Schulleiter Thee gar nicht: "Wenn sie mit unter den 20 Besten sind, ist das schon hervorragend", lobt er den Ehrgeiz der Zehntklässler, die sich zweimal pro Woche für jeweils zwei Stunden mit Steinfeld getroffen haben, um ihre Marktposition im Wettbewerb der "Schulbanker" auszubauen.

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