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Urteil in Itzehoe : Geldstrafe für Brandstifter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Männer legen im September 2013 Feuer in einem Mehrfamilienhaus, um eine Straftat zu verdecken. Die Mordanklage gegen einen Angeklagten ist Donnerstagvormittag während des Prozesses zusammengebrochen.

shz.de von
erstellt am 16.Sep.2014 | 05:00 Uhr

Itzehoe | Sachbeschädigung statt versuchter Mord: Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Itzehoe verurteilte den Angeklagten am Donnerstag wegen Beihilfe zur Sachbeschädigung. Der Mann muss dafür 375 Euro Geldstrafe zahlen (25 Tagessätze zu 15 Euro). Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte eine sechsmonatige Bewährungsstrafe wegen Beihilfe zum versuchten Einbruchdiebstahl gefordert, der Verteidiger wollte einen Freispruch für seinen Mandanten. 

Im Prozess gegen einen Brandstifter wegen versuchten Mordes war die Anklage im Laufe des Prozesses zusammengebrochen. Mordversuch und schwere Brandstiftung – so lautete vor dem Landgericht ursprünglich die Anklage gegen einen 22-jährigen früheren Itzehoer. Zum Hintergrund: Es ist der 1. Februar 2013. Der Angeklagte, ein inzwischen nach Nordrhein-Westfalen verzogener gelernter Landschaftsgärtner, feiert mit seinem damaligen Mitbewohner (26) in seiner Wohnung in Oelixdorf seinen 21. Geburtstag. Eine 48-Stunden-Party ist geplant mit Marihuana, Speed, Ecstasy und Alkohol. Um 4 Uhr früh ziehen die beiden Männer zur Bleibe eines Itzehoers in einem Block in der Straße Hohe Luft. Dieser 21-Jährige ist der Ex-Freund der Ehefrau des Angeklagten und wurde von diesem im Internet bedroht.

Der 26-Jährige tritt ein Fenster ein, das Opfer ist nicht da. Doch der Eindringling verletzt sich schwer am Bein: Die Achillessehne reißt, er blutet stark. Weil er unter Bewährung steht, befürchtet der Mann, über die Blutspuren erwischt zu werden. Um den Einbruchsversuch zu verdecken, soll die Wohnung brennen. Einer der beiden Trinkkumpane steigt in die Wohnung, stellt die Kaffeemaschine auf den Herd und schaltet beides ein.

14 Parteien leben in dem Gebäude, mindestens vier Bewohner sind zu Hause. Nur dem schnellen Eingreifen der von einem Nachbarn alarmierten Feuerwehr ist zu verdanken, dass sich das Feuer nicht ausbreitet. Der Sachschaden beträgt fast 28 000 Euro. Weil der Tod von Menschen in Kauf genommen wurde, lautet die Anklage auf Mordversuch. Nach der Brandstiftung hilft der Jüngere dem Verletzten bei der Rückkehr in die gemeinsame Wohnung. Ein Glastisch wird zertrümmert, der Verletzte wälzt sich in den Scherben, bis sein Blut an ihnen klebt. So findet ihn der Notarzt vor.

Doch der 21-Jährige rückt ins Visier der Ermittler, als er Wochen später zwei Frauen erzählt, wie der Ältere zu seinem Gipsbein kam und dass er selbst den Brand gelegt habe.

 

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