Geldsorgen: Unterschriften sammeln für das Landestheater

Die erste Unterschrift: Theater-Mitarbeiterin Ute Ott mit Jo Schütt und Ellen Steffen (l.). Foto: Ehrich
Die erste Unterschrift: Theater-Mitarbeiterin Ute Ott mit Jo Schütt und Ellen Steffen (l.). Foto: Ehrich

Der Verein der Theaterfreunde sammelt Unterschriften für den Erhalt des Landestheaters.

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12. Februar 2009, 10:02 Uhr

Itzehoe | Das Landestheater vor der Pleite? Ganz so schlimm, wie es in der Zeitung stand, sei es nicht, versuchte Bürgermeister Rüdiger Blaschke jüngst im Hauptausschuss zu beruhigen. Dennoch: Der Verein der Freunde des theater itzehoe verfolgt die Diskussion "mit größter Sorge". Seit gestern werden im Theater Unterschriften für den Erhalt des Landestheaters gesammelt.

Adressat für die Listen sind die Landesregierung und die Stadt Flensburg. Denn letztere, bei weitem der größte Zuschussgeber für das Landestheater, hat mit ihren Kürzungsplänen die Debatte angestoßen (siehe unten). In einem offenen Brief bitten die Theaterfreunde die Flensburger, "ihre Entscheidung zu überdenken, damit dieser für die Stadt wichtige Standortfaktor, Arbeitgeber und landesweite Imageträger erhalten werden kann". Die Landesregierung, der Kreis Steinburg und Blaschke haben den Brief ebenfalls bekommen. Denn der Verein bittet die anderen Träger, "die Größenordnung ihrer Hilfe wohlwollend zu überdenken".

Die Stadt zahlt jährlich 62 600 Euro, zehn bis zwölf Mal pro Spielzeit ist das Landestheater zu Gast. Mit Angeboten in den Bereichen Theater, Ballett und Musik sei es in Itzehoe unverzichtbar, vor allem aber beim Kinder- und Jugendtheater, sagt Vereinsvorsitzende Jo Schütt. "Wir möchten nicht darauf verzichten, und viele Bürger sicher auch nicht." Während in den Schulen zuerst bei Musik, Kunst und Sport gekürzt werde, treffe es bei der öffentlichen Förderung die Kultur. "Unfair" sei das Ganze auch gegenüber den Landestheater-Mitarbeitern, die über den Haustarif auf Lohn verzichtet hätten. "Wenn das honoriert wird, indem die jetzt rausfliegen, ist das schon bitter", so Jo Schütt.

Die Diskussion läuft. So will der Landrat des Kreises Schleswig-Flensburg das Loch über höhere Beiträge aller Gesellschafter stopfen. Bisher habe aber noch niemand gesagt, dass er mehr zahlen wolle, betont Jo Schütt. Deshalb die Unterschriften-Initiative: Während der Öffnungszeiten der Theaterkasse liegt die Liste aus, außerdem am Rande von Vorstellungen. Beim "Signum-Quartett" gestern Abend hat die Vereinsvorsitzende mit der Sammlung begonnen.


Größter Zuschussgeber Flensburg spart in drei Stufen
Auslöser der Diskussion ist die Stadt Flensburg. Wie schon länger beschlossen, senkt sie ihren Zuschuss an das Landestheater in drei Stufen – in Stufe drei ab der kommenden Spielzeit von fast zwei auf 1,6 Millionen Euro. Gleichzeitig endet der Haustarif, und Tarifsteigerungen des öffentlichen Dienstes müssen gezahlt werden. Mehrkosten laut Intendant Michael Grosse: 1,3 Millionen Euro.

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