zur Navigation springen

Handy-Games : "Gelbfieber hat mich voll gepackt"

vom

Karrieresprung gleich nach dem Abitur: Itzehoer entwickelt Handy-Spiele in Peking

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2009 | 03:29 Uhr

Peking/Itzehoe | Als Jugendlicher kämpfte er auf einem 386er-Rechner seines Vaters mit dem Echtzeit-Strategiespiel "Dune 2" auf dem Wüstenplaneten Arrakis mit Fremden gegen die Harkonnen. Heute als 23-Jähriger begleitet der gebürtige Itzehoer Patrik Wilkens mitten in Peking für eine Firma, an der er Anteile hält, die Entwicklung neuer Spiele. Etwa die des offiziellen Handy-Games zur Rallye Paris - Dakar, die ganz real Anfang des Jahres durch Chile und Argentinien führte.

Grundschule Sude-West, Realschule am Lehmwohld, freiwilliges soziales Jahr in der Kindertagesstätte St. Ansgar, Wirtschaftsgymnasium - eine fast klassische Ausbildungsleiter stieg Patrik in Itzehoe empor. Doch bereits fünf Tage nach seinem Abitur war er in China. "Da dachte ich aber noch gar nicht an eine Karriere in der Spiele-Industrie", erzählt er bei einem Telefongespräch via Internet. Sein Bruder hatte ihn eingeladen, ihm dorthin zu folgen (zu jener Zeit restaurierte er in Shanghai alte Möbel, ist heute für die deutsche Außenhandelskammer in Peking tätig).
Große Karriere ohne Studium ist in China nicht ungewöhnlich
"Hier gibt es nicht so enge Denkschemen wie in Deutschland", sagt er, um gleich hinzuzufügen, dass das gar nicht negativ über sein Heimatland gemeint sei. Doch während daheim meistens nur über ein Studium Karriere gemacht werden könne, sei es in China viel leichter, seinen Weg zu gehen. Das gelte besonders für Existenzgründer. So könne er sich vorstellen, eines Tages eventuell mit seinem Bruder ein "Start-up" zu gründen.

In der Industrie für Handy-Spiele, so Patrik Wilkens, "kennt jeder jeden". Fast jeden Tag begegnet er Kollegen aus den weltweit führenden Unternehmen wie etwa Electronic Arts oder Fishlabs. Er vermeidet es, sich als Spiele-Erfinder zu bezeichnen, dabei hat er Games "schon vom Papier bis aufs Handy begleitet."

Ein Spiel werde nicht für einen Handy-Typ hergestellt, sondern seine Firma setzt Spiele erst auf Referenz-Handys ein, macht sie dann für alle Markentelefone dieser Welt einsatzfähig. Patrik stellt dabei das Bindeglied zwischen Firma und Kunden dar, wobei er mit seinen Wurzeln in der westlichen Kultur oft vermittelnd auftritt.

So wie er in seiner Jugend gerne Fußball gespielt hat, trifft er sich auch in Peking zwei, drei Mal in der Woche zum Kicken. "Das war mir schon immer wichtiger als der Computer", erzählt er. Manchen Abend genießt er dann die kulturellen Angebote dieser 16-Millionen-Stadt. "Peking schläft nie."

Und während der Olympischen Spiele sah er im Hockey Halbfinale und Endspiel von Männern und Frauen, sah das "Vogelnest" genannte Nationalstadion von innen wie auch das Schwimmzentrum "Watercube".

Welchen Weg Patrik Wilkens auch immer gehen wird, er sagt von sich schon jetzt: "Das Gelbfieber - wie man hier sagt - hat mich voll gepackt."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen