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Itzehoer Kulturnacht : Gelacht, gekämpft, gestaunt!

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

52 Künstler und Gruppen begeistern bei der 14. Itzehoer Kulturnacht . Unsere Reporterin hat sich durch die Innenstadt treiben lassen.

Ach, es ist doch wirklich immer dasselbe bei der Itzehoer Kulturnacht! Zum 14. Mal nun schon. Ausführlich wird vorher das Programm gewälzt: Diese Band würden wir gerne hören, diesen Comedian sehen, der Jongleur würde uns interessieren – oh, und die Lesung klingt interessant. Das Angebot ist aber auch riesig: 52 Künstler und Gruppen bestreiten 202 Auftritte! Akribisch wird ein Plan gemacht, um möglichst viel zu schaffen.

Und dann wird spätestens nach der dritten Station alles über den Haufen geworfen. Denn unterwegs lässt man sich plötzlich vom Gelächter, das nach draußen dringt, anlocken – oder man trifft Bekannte, die im Vorbeilaufen Tipps geben: „Wir kommen gerade aus der Volksbank, super Musik dort!“ Also, dann nix wie hin. Tatsächlich: Bei Hot Reeds & Rhythm swingt die ganze Schalterhalle.

Im Restaurant „Himmel und Erde“ wollen wir eigentlich nur kurz schauen, wie die Porträts aussehen, die Schnellzeichner Jens Natter anfertigt. Aber die Musik der Glass-Tones im Raum nebenan ist einfach zu gut, um gleich weiter zu gehen. Nur deswegen ist Tina Lorinser aus Ottenbüttel eigentlich hier – sie ist eine Nachbarin der Musiker. Doch dann nutzt sie schnell die Gelegenheit und lässt ein Porträt von sich zeichnen. „Super lustig“ findet sie es.

14 Künstler haben wir am Ende gesehen – von der A-Cappella-Gruppe Mundial über das Ambrella-Figurentheater bis zu Comedian Martin Niemeyer. Wir haben bei schlüpfrigen Witzen gekichert, bei bösen Scherzen lauthals gelacht, bei den Fluchtgeschichten im Haus der Heimat mit den Tränen gekämpft, bei rasanten Jonglagen gestaunt und bei toller Musik mit den Füßen gewippt. Ein rundum gelungener Abend!

Zu dem Ergebnis kommen gegen Mitternacht auch Marina Stege und Rainer Carstengerdes aus Westerhorn beim Auftritt von „Datenklaus“ Volker Diefes im Café Schwarz. „Wir haben einiges geschafft und sind sehr zufrieden“, sagt Marina Stege. „Ich fand nur einen Auftritt nicht so gut, alles andere war super.“ Wir sind uns einig: Zu den Favoriten zählt Philipp Scharri im Studio. Der Wortakrobat deckt reimend Ungereimtheiten auf und liefert Straßenphilosophie zum Lachen und Nachdenken.

Am Angebot kann es also nicht gelegen haben, dass die Besucherzahl mit 2224 – allerdings noch ohne das Ergebnis aus der Stadtbücherei – leicht unter der des Vorjahres liegt. „Über die Gründe kann man nur spekulieren“, sagt Theaterdirektorin Ulrike Schanko. Vor allem Besucher aus dem Umland ließen sich wohl von der schlechten Wettervorhersage abschrecken. Dabei zeigte sich der Wettergott trotz allem gnädig: Erst als die Besucher kurz nach 1 Uhr die letzte Veranstaltung im Theater verlassen hatten, fing es an zu graupeln.

Wie immer lief die Theaterchefin alle Spielstätten ab, um überall wenigstens kurz nach dem Rechten zu sehen. „Von allen wurde die Stimmung als sehr locker und entspannt beschrieben.“ Und viele, die neu dabei waren, seien überrascht gewesen, „was unsere doch relativ überschaubare Stadt an Angebot in solch einer Nacht auf die Beine stellt“.

Noch vor Veranstaltungsbeginn traf Schanko an der Kasse auf drei Besucher aus den neuen Bundesländern. Sie kauften einen Flyer, studierten ihn ausführlich, stellten fest, dass der Preis von 18 Euro „günstig ist für so viel Programm“. Die Gäste waren nur an diesem Abend auf der Durchreise in Itzehoe – und vielleicht kamen sie am Ende zum gleichen Ergebnis wie Marina Stege: „Das ist eine der besten Kulturveranstaltungen, die ich kenne.“  

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erstellt am 25.Apr.2016 | 05:03 Uhr

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