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Norddeutsche Rundschau

13. Dezember 2017 | 04:47 Uhr

Geklaut - Gedonnert - Gestoppt

vom

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 09:24 Uhr

Manchmal ist man mit dem schönen Wort "Schweinerei" zu schnell bei der Hand. Aber manchmal passt es einfach. Zum Beispiel in dem Fall, über den sich Michael Wundsam ärgert. Gerade steht der Schausteller aus Brokstedt auf dem Jahrmarkt und hat dazu beigetragen, dass die passende Ausstellung im Rathaus-Foyer in diesem Jahr größer ausfällt. Aber ein Modell eines alten Fahrzeugs verschwand schnell, und das zweite folgte alsbald. "Das war hundertprozentig ein und derselbe", meint Wundsam. Eines der Modelle gehörte ihm, das andere war, besonders unangenehm, nur geliehen. Beide Stücke bekomme man so wohl auch nicht wieder, meint der Schausteller und hält die passenden Attribute für die Taten bereit: frech, abgebrüht, ärgerlich. Recht hat er, und die Hoffnung, dass im Rathaus sachdienliche Hinweise eingehen, ist leider nur gering. Und wenn der Dieb doch erwischt wird - dann wird er mit Zuckermasse und Federn übergossen und auf einer Eisenbahn-Bohle aus der Stadt getragen.

Wahlweise hätte der Dieb, wenn er denn bekannt wäre, auch vor die Kanone gespannt werden können, mit der Bürgervorsteher Heinz Köhnke am Donnerstagnachmittag nicht nur den Jahrmarkt eröffnete, sondern auch gleich den Veranstaltungsreigen zum 775-jährigen Bestehen der Stadt. Dreifach ließ er es donnern - und nur Eingeweihte wussten, dass der Weg dorthin kein ganz leichter war. Denn die Kanone war eigentlich in Leipzig im Einsatz. Doch ein langjähriger Marktmeister hat natürlich sein Netzwerk - und so brauchte Klaus Struve nur einmal bei einem Itzehoer Spediteur anzufragen. Die passende Fuhre fand sich offenbar, der donnernde Beweis wurde am Donnerstag geliefert.

Am Bahnhof ist High Noon. Permanent. Oder doch Geisterstunde? Die Uhr in der Eingangshalle jedenfalls steht seit geraumer Zeit auf 12 Uhr. Nur diese, die auf den Bahnsteigen nicht. Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis klärt auf: Die Uhr in der Eingangshalle werde vom Stellwerk ferngesteuert. Und da hakt es offenbar. "Die Techniker sind dabei, haben aber bisher den Fehler noch nicht gefunden." Aber wer Bahn fährt, sollte ohnehin seine eigene Uhr dabei haben. Um die Pünktlichkeit zu dokumentieren.

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