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Norddeutsche Rundschau

23. Oktober 2017 | 00:57 Uhr

Sport : Geht der Schwimmunterricht baden?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Training im Hallenbad Wilster droht auf der Strecke zu bleiben

Der MTV Wilster sucht händeringend neue Übungsleiter für die Schwimmsparte. Anfang März beginnt für die beiden derzeitigen Trainerinnen Anja Suhl (17) und Bele Wittrock (18) der Abiturstress. Zeit für das wöchentliche Schwimmtraining im Wilsteraner Hallenbad bleibt für die Schülerinnen dann kaum noch. Aus diesem Grund sind die Jugendtrainerinnen seit geraumer Zeit auf der Suche nach zwei Nachfolgern. Doch bislang ohne Erfolg.

„Es wäre unheimlich schade, wenn sich keine Übungsleiter finden ließen und die beiden Kurse eingestampft werden müssten“, so die beiden Schülerinnen. Den rund 15 Mädchen und Jungen im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren, die sich jeweils dienstags und donnerstags von 16 bis 17 Uhr zum Schwimmtraining treffen, bliebe nur die Möglichkeit, in Brunsbüttel oder Itzehoe am Schwimmtraining teilzunehmen. Und auch die vier verbliebenen Wettkampfschwimmer des MTV Wilster, die an denselben Tagen jeweils von 17 bis 19 Uhr trainieren, müssten sich nach einem neuen Verein umschauen.

„Wir hoffen natürlich nicht, dass es soweit kommt“, so Anja Suhl. Seit ihrem sechsten Lebensjahr gehört die angehende Abiturientin der Schwimmsparte des MTV Wilster an. Ebenso wie Bele Wittrock. Gemeinsam trainiert sie seit drei Jahren den Schwimmnachwuchs der Marschenstadt. Zunächst als Co-Trainer und seit einem Jahr in Eigenregie.

Um den Trainerposten übernehmen zu können, haben beide einen Trainerassistentenlehrgang besucht. Dabei wurden an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden in theoretischen Lerneinheiten verschiedene Themen vermittelt. Ausbildungsschwerpunkte waren neben den Techniken der vier unterschiedlichen Schwimmstile, das Lernen und Lehren von Bewegungen, Motivation und Kursorganisation. Zusätzlich absolvierten beide einen Erste-Hilfe-Kursus und leisteten die erforderliche Prüfung für den Rettungsschein ab. Voraussetzungen, die auch die Nachfolger erfüllen müssten. „Das klingt schlimmer als es in Wirklichkeit ist“, sagt Bele Wittrock.

„Mögliche Nachfolger wären selbstverständlich nicht an die Trainingstage und Trainingszeiten gebunden“, fügt Anja Suhl an. Die könnten in Absprache mit den Kindern und Jugendlichen sowie dem Hallenbad-Team so verlegt werden, wie es den Beteiligten passt.

„Die wichtigste Voraussetzung ist natürlich, dass die Nachfolger ebenfalls mit Kindern umgehen können“, ergänzt Reinhard Wiese. Der Leiter der Schwimmsparte hat absolutes Verständnis für die Entscheidung von Anja Suhl und Bele Wittrock, bedauert es aber dennoch sehr, die beiden erfahrenen Übungsleiterinnen zu verlieren.

Schwimmen ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung“, ist sich das Trio einig. Laut einer Studie der Deutschen Krankenversicherungen verbringen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zu viel Zeit im Sitzen. Die mangelnde Bewegung birgt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko. Bewegungs- und Sportwissenschaftler raten Eltern daher, die Kinder zum Sport zu schicken. Schwimmen zählt zu den gesündesten Sportarten überhaupt. Denn beim Schwimmen wird die komplette Muskulatur des Körpers beansprucht. Es ist eine überaus gelenkschonende Sportart, die nicht nur die Muskulatur stärkt, sondern auch die Ausdauer fördert, das Lungenvolumen erhöht und somit die Sauerstoffaufnahme des Körpers deutlich verbessert.

Neben den gesundheitlichen Gründen gibt es jedoch noch soziale Aspekte, die für das Schwimmtraining sprechen. „Die Kinder lernen, sich in einer Gruppe zu integrieren, sich gegenseitig zu helfen, aber auch sich an bestimmte Regeln zu halten“, so die Übungsleiterinnen. Als Trainer hilf man den heranwachsenden Kindern dabei, ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstbewusststein zu entwickeln. Der größte Lohn, den man dafür erhält, ist das Lachen der Kinder.

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