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Norddeutsche Rundschau

14. Dezember 2017 | 07:53 Uhr

Spurensuche : Geheimnis um Postkarte gelöst

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zahlreiche Leser unserer Zeitung erkannten Postkartenmotiv: Es ist der Hof Hellmann am Altendeich in Borsfleth.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 17:30 Uhr

Am 8. Januar 1917 verschickte Oberleutnant Fichtner von Glückstadt aus eine Postkarte mit dem Motiv eines Bauernhofes aus der umliegenden Marsch. Da Fichtner die Karte seinerzeit an den Burger Regierungsrat Krenzer sandte, interessierte sich 95 Jahre später der Burger Postkartensammler Rudi Böckmann für die Karte. Karten und Fotos aus Burgs Vergangenheit sind sein Metier.

Fichtner kündigte Krenzer seinerzeit auf der Postkarte sein Kommen in den nächsten Tagen an und setzte Böckmann damit knapp ein Jahrhundert später auf die Spur der Karte. Wo stand oder steht der abgebildete Bauernhof, fragte sich Böckmann. Aus dem Absendeort schloss er auf die Kremper oder Kollmaraner Marsch. Böckmann bat die Norddeutsche Rundschau um Hilfe. Vor knapp zwei Wochen erschien das ,,Suchbild“.

Bei Rudi Böckmann in Burg stand an dem Tag das Telefon nicht mehr still. Auch bei unserer Zeitung meldeten sich Leser. Schnell war klar: die Postkarte zeigt den Hellmann Hof, der am Ortsrand von Borsfleth vor den Toren Glückstadts am Altendeich liegt.

Milchkontrolleurin Traute Hellmann-Köllner (58) ist hier geboren und lebt mit Ehemann Ulrich Köllner (66) auf dem Hof. Optisch hat sich der Hof kaum verändert seit der Aufnahme der Postkarte. Bereits 1785 wurde die große Scheune rechts im Bild gebaut, ,,das Wohnhaus sicher früher“, weiß Traute Hellmann-Köllner. 1909 kam der schicke weiße Villenvorbau dazu. Da der auf der Postkarte zu sehen ist, steht fest, das die Aufnahme zwischen 1910 und 1916 geschossen wurde. ,,Den Vorbau hat die Firma Peters aus Borsfleth gebaut, die gibt es heute noch“, berichtet Ulrich Köllner.

,,Damals hat mein Großvater Bernhard Hellmann Remonden Pferde fürs Militär gezüchtet. Auf dem Foto aber sind die Holsteiner Arbeitspferde zu sehen. Die haben immer Holsteiner hier gehabt“, erinnert sich Traute Hellmann-Köllner. 50 Hektar groß war der Hof damals, ,,genau so wie heute“, so Ulrich Köllner. ,,Damals war das hier mit der größte Hof.“ Bis 1990 wurde der Hof bewirtschaftet, zuletzt in Ammenkuhhaltung. Heute ist das Land verpachtet und das Ehepaar hält nur noch Schafe zur Graspflege.

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