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Gegen Diskriminierung: AVS ist „Schule mit Courage“

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

von
erstellt am 27.Jan.2014 | 05:00 Uhr

In der Schule, im Sportverein, in der Disko oder auf der Straße – Diskriminierung ist überall. Der Anlass ist so vielfältig wie die Ausprägung, es kann die Herkunft sein, die sexuelle Orientierung, die Religion oder das Geschlecht. „Viele Sachen werden unter den Tisch gekehrt oder runtergeschluckt“, weiß Robin Rosenwanger (Foto). Als der Schüler der Auguste-Viktoria-Schule auch noch in einem Fernsehbeitrag sah, wie verbreitet Diskriminierung in Deutschland tatsächlich ist, wusste er: „Man muss handeln.“ Deutschland werde „immer bunter“, doch gerade wenn es um Ausländer gehe, seien die Reaktionen oft sofort negativ. „Man kann es doch auch einfach mal umkehren und positiv sehen“, meint der Itzehoer, der kurz vor dem Abitur steht.

Im Internet sah er das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. „Ich fand das sehr passend für unsere Schule. Wir haben viel Potenzial in der Schülerschaft, man könnte den Schulalltag etwas bunter machen.“ Zumal das Thema Diskriminierung zwar angesprochen werde, aber unterrepräsentiert sei. „Der gesellschaftliche Umgang miteinander kommt in der Schule zu kurz. Ich finde es enorm wichtig, dass man das Thema intensiver bespielt. Das ist auch Bildung – nur auf andere Weise.“

Also bemühte er sich darum, dass sich die AVS auf den Weg zur „Schule ohne Rassismus“ macht – wie 1400 andere in Deutschland. Die Aktion wurde bei Schülern, Lehrern und Eltern bekannt gemacht. Am Ende sprach sich die Schulkonferenz einstimmig dafür aus. Dann mussten Unterschriften gesammelt werden. Denn den Titel gibt es nur, wenn sich mindestens 70 Prozent aller, die zum Schulleben gehören – von Schülern über Lehrer bis zu sonstigem Personal –, verpflichten, sich künftig gegen jede Form von Diskriminierung an der Schule einzusetzen, bei Konflikten einzugreifen und regelmäßig Projekttage zu veranstalten. An der AVS unterschrieben 86 Prozent.

Inzwischen gibt es rings um Robin eine kleine Projektgruppe mit Schülern, die sich regelmäßig treffen, Projekttage planen, sich mit dem Thema auf vielfältige Weise auseinander setzen. Morgen erhalten sie den Lohn für ihre Mühe: Der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ wird feierlich verliehen. Mit dabei: Otto Addo. Der ehemalige ghanaische Fußballprofi hat die Patenschaft für die AVS übernommen.

Die Verleihung ist eingebunden in zwei Projekttage zu Diskriminierung, möglich gemacht durch Sponsorenhilfe und den Förderverein. „Es machen viele externe Gäste mit“, freut sich Robin. Der Flüchtlingsrat ist genauso dabei wie die Koordinationsstelle gegen Rechtsextremismus oder die Migrationsberatung der Caritas. Und natürlich die Steinburgschule: Mit ihr pflegt die AVS schon lange eine Partnerschaft – und setzt sich auch so gegen Diskriminierung ein.

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