Itzehoe : Gefahr für Fußgänger ?

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22. Februar 2011, 08:08 Uhr

Itzehoe | Noch ist der Bereich als Fußgängerzone ausgeschildert - doch nicht mehr lange: Von der Krämerstraße aus sollen künftig wieder Autos durch den unteren Teil der Breiten Straße in die Breitenburger Straße fahren. "Möglichst zügig im Frühling" rechnet Bauamstsleiterin Bettina Bühse mit der Umsetzung. Der Bauausschuss hatte bereits zugestimmt, jetzt sprach sich auch die Ratsversammlung dafür aus, den Bereich für den Fahrzeugverkehr zu widmen.

Daran änderten auch die Einwände von Herbert Karting nichts. Der Anwohner der Breitenburger Straße hat die Verwaltung und den Bauausschuss angeschrieben - ohne Reaktion. Deshalb meldete er sich jetzt in der Einwohnerfragestunde zu Wort.

Es seien lediglich die Anwohner der Breiten, nicht aber der Breitenburger Straße und der Neustadt befragt worden, kritisierte er. "Unverständlich" - schließlich werde ihre Wohnqualität am meisten darunter leiden.

Die Breitenburger Straße sei nicht für die Öffnung geeignet, sagte Karting. "Die Fuß wege sind nur einen halben Meter breit. Rollstuhlfahrer und Personen mit Kinderwagen oder Rollator müssen auf die Straße ausweichen", erklärte er. "Wir haben schon gesehen, wie ein Rollstuhlfahrer runter gepoltert ist", sagte Karting gegenüber unserer Zeitung. Auch Kinderwagen seien umgestürzt. "Die Fußgänger sind hochgradig gefährdet, da kann man keine Autos fahren lassen!"

Auch die Pläne, Flächen für Kurzzeitparker einzurichten, hält Karting für "ein absolut lächerliches Ding". Der Meiereiparkplatz sei nur ein paar Schritte entfernt. "Keine andere Stadt hält so reichhaltig Parkplätze vor wie Itzehoe."

Aus Kartings Sicht wäre es besser, "das Stück zwischen Wall- und Reichenstraße wieder aufzumachen". Dann müssten Lkw, die Weinhaus, Wäscherei und Bäckerei ansteuern, "nicht durch die Neustadt poltern".

Und noch einen Aspekt sprach er an: Die Anwohner hätten einen Baukostenzuschuss für die Umgestaltung der Straße gezahlt. "Den werden wir zurückfordern."

Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen beschwichtigte. "Wir versuchen, ein bisschen Leben in die Breite Straße zu bringen." Das Ganze sei zunächst nur ein Versuch über ein Jahr. "Wir gucken sehr kritisch darauf, wie die Probe ausfällt."

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