Gefährliche Mutproben

Mutig in zwölf Schritten:  Katrin Lowitz im Programm  „Wild und gefährlich“.
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Mutig in zwölf Schritten: Katrin Lowitz im Programm „Wild und gefährlich“.

Gelungenes Theater für Kinder rund um das Thema Angst

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13. März 2018, 05:00 Uhr

Leicht ist das nicht, für das Theater das Thema Angst kindgerecht aufzuarbeiten. Und geschlechtsneutral soll es ja auch noch sein; denn bekanntlich haben Mädchen ja nicht mehr Angst als Jungs. Oder umgekehrt? Katrin Lowitz vom „Theater FunkenFlug“ jedenfalls spielt eine ältere Frau, die wie ein Mann mit Hut und Patronengürtel kostümiert ist. Als Erwachsene muss sie nun, eine Schisserin vor dem Herrn, mutig werden. In zwölf Schritten. Dazu hat sie „Der große Fiesi“ verdonnert. Sie schafft es. Das heißt, alleine hätte sie es nie geschafft. Aber die Kinder im ausverkauften Studio im Theater Itzehoe, im Alter zwischen keine Windel mehr und erste Zahnlücke, helfen stimm- und tatkräftig von ihrer Kuschelwiese direkt vor der Bühne mit.

Das Programm „Wild und gefährlich“ führt durch echte Mutproben: die schleimige Schnecke „Schnecki“ streicheln, ein Ekel-Paket auspacken, ohne Gutenacht-Licht einschlafen und mit dem Gespenst „Schrecki“ tanzen. „Der große Fiesi“ will dann auch noch, dass gewaltig gebrüllt wird. Das geht natürlich nur mit Hilfe der Kinder. Denn die haben längst gemerkt, dass alles nur ein Spaß ist. Schnecke, Gespenst und Monster entpuppen sich als liebste, kleine, süße Freunde, die nicht mehr einsam sein wollen. Dann muss der Crashkurs „Schreckfrei leicht gemacht! Mutig in zwölf Schritten!“ ja auch gelingen.

Als Katrin Lowitz im entspannten Backstage-Geplauder die Jüngsten fragt, wie es ihnen gefalle habe, kommt prompt: „Ganz toll!“, „Hat Spaß gemacht!“ und „Schnecki und Schrecki sind so süüüß!“ Nicht wenige Kinder gucken nach der Vorstellung ihre Eltern, Großeltern und sonstige Begleiter zu deren Vergnügen echt wild und gefährlich an. Nachhaltiges Kindertheater eben!

Auch in der voll besetzten Nachmittagsvorstellung des Kinder- und Jugendtheaters geht es um Angst und Mut. „Wer hat Angst vor Möffin?“ fragt Andrea Schulz vom Theater „Moving Puppets“ die über Siebenjährigen. Natürlich niemand im ausverkauften Studio. Alle finden es gerecht, dass der fiese Mobber Möffin Fußballverbot für die Schulmannschaft erhielt.

Dieses Puppentheater spielte zwei Mal vor ausverkauftem Haus – ein deutliches Signal, dass die Theaterpädagogin Britta Schramm mit ihrer Programmauswahl ins Schwarze getroffen hat.

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