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Norddeutsche Rundschau

23. November 2017 | 19:56 Uhr

Lohbarbek : Gefährliche Abkürzung entschärft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Mehr Verkehr erfordert mehr Sicherheit: Weil viele Autofahrer statt einer Umleitung den Weg über Lohbarbek nehmen, gilt dort jetzt Tempo 30

von
erstellt am 10.Sep.2017 | 16:00 Uhr

Keine Bürgersteige, die Fahrbahn schmal und schlecht einzusehen – die S-Kurve an der alten Schule in der Dorfstraße/Ecke Wiesenweg in Lohbarbek ist ein Gefahrenpunkt – und Teil des Schulwegs für 15 Kinder aus der Gemeinde. „Sie müssen die Kreuzung täglich auf dem Weg zur Bushaltestelle überqueren“, weiß Bürgermeister Martin Hildebrandt. Und das bereite ihm Bauchschmerzen. Denn mit der Sperrung der B206 zwischen Mühlenbarbek und Kellinghusen hat sich die Situation dort noch verschärft. Statt der Umleitung über Hohenlockstedt und Springhoe zu folgen, nehmen viele Autofahrer die Route über Lohbarbek, weil sie kürzer ist. „Ich habe nichts gegen den Verkehr, aber es muss für Sicherheit gesorgt werden“, fordert Hildebrandt.

Dem Wunsch kam die Verkehrsaufsicht des Kreises Steinburg gestern morgen nach und stellte zwei Schilder auf, die die Geschwindigkeit auf dem kritischen Stück der Dorfstraße auf 30 km/h begrenzen. Die Sondergenehmigung für das Tempolimit gilt, solange die B206 zwischen Mühlenbarbek und Kellinghusen wegen Bauarbeiten gesperrt ist – voraussichtlich bis 7. Oktober. „Dafür bin ich sehr dankbar“, ist Hildebrandt erleichtert.

„Auch die Eltern sind froh, dass hier jetzt Tempo 30 gilt“, erklärt Hildebrandt. Mehrere Väter und Mütter seien auf ihn zugekommen, weil sie sich Sorgen um ihre Kinder machen, seit der Verkehr wegen der Umleitung stark zugenommen hat. Hildebrandt handelte sofort: „Ich habe Anfang der Woche von dem tödlich verunglückten Schulkind gehört, das auf dem Fahrrad von einem Auto erfasst wurde und musste reagieren.“ Wie prekär die Situation war, hat der 75-Jährige am eigenen Leib erfahren. „Beim Spaziergang mit dem Hund musste ich zweimal zur Seite springen, weil die Autofahrer nicht vom Gas gingen.“

Hildebrandt besorgte drei Schilder, aufstellen durfte er aber nur zwei. „Ich hätte gerne auch an der Bushaltestelle noch ein Tempolimit gehabt. Viele fahren sehr schnell in den Ort hinein.“ Er hofft, dass das gelbe Banner, welches über die Hohenlockstedter Straße gespannt ist, Auto- und Lkw-Fahrer dazu veranlasst, Rücksicht auf Schulkinder zu nehmen und vom Gas zu gehen.

Standpunkt: Zeit oder Leben?

Dass viele Autofahrer statt der  Umleitung  die Route über Lohbarbek wählen, ist verständlich. Das spart Zeit. Auf ein paar hundert Metern im Ort müssen sie nun langsamer fahren – und daran sollten sie sich auch halten.  Rücksicht sollte aber auch bei Tempolimit  immer da walten, wo  die schwächsten Verkehrsteilnehmer – Kinder und alte Leute – unterwegs sind. Und von Zeitverlust kann man ja wohl kaum sprechen, wenn man mal kurz  vom Gas gehen muss, dafür aber von einem Sicherheitsgewinn. Und was ist mehr Wert? Drei Sekunden schneller am Ziel sein –  oder ein Menschenleben?  

 

 

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