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feuerwehr : Geduldsprobe für die Brandschützer

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Formfehler im Haushaltsübertrag verzögert die Sanierung der Feuerwache Kellinghusen. Panne in der Verwaltung treibt auch die Kosten in die Höhe. Arbeitskreis aus Stadt, Verwaltung und Wehr geplant.

shz.de von
erstellt am 29.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Wenn es brennt oder ein Unfall passiert, soll die Freiwillige Feuerwehr in Minutenschnelle zur Stelle sein. Haben die Ehrenamtlichen jedoch selbst Wünsche, müssen sie sich in Geduld üben. Ein Beispiel ist die Sanierung der örtlichen Feuerwache. Seit mehr als zehn Jahren verweisen die Kameraden auf den maroden Zustand ihrer Unterkunft, werden Reparaturen immer teuerer, mahnt auch die Feuerwehrunfallkasse (FUK).

Doch nun, wo es mit der dringend erforderlichen Umbau- und Erweiterungsmaßnahme endlich losgehen sollte, waren plötzlich die bereitgestellten Mittel in Höhe von 500 000 Euro aus dem Haushalt verschwunden. Peinliches Versäumnis in der Verwaltung: Der Übertrag der Summe im Zuge des Jahresabschlusses von 2012 auf 2013 war schlicht vergessen worden. In der jüngsten Ratsversammlung wurde der Fehler mit dem einstimmigen Beschluss für einen ersten Nachtragshaushalt zwar ausgebügelt. Das Nachsehen hat jedoch die Wehr. Statt reger Bautätigkeit wird in der Feuerwache in der Schulstraße noch für weitere Monate Stillstand herrschen. Abgewartet werden muss erst die Nachtrags-Genehmigung durch die Kommunalaufsicht, dann folgt noch die Ausschreibung.

Hinzu kommt, dass auch die Kosten inzwischen munter kletterten. Laut Schätzung des Architekten liegen sie aktuell bei 512 000 Euro. Damit wirkt sich der Irrtum auch auf das Stadtsäckel negativ aus. Vor rund einem Jahr war von alledem nichts zu ahnen. Im Vermögenshaushalt 2012 waren für die „Umbaumaßnahmen Feuerwache“ 500 000 Euro bereitgestellt. Gleichzeitig erschienen dort 420 000 Euro für die ebenfalls beschlossene energetische Sanierung des Gebäudes (wir berichteten). Noch im gleichen Jahr wurde im Bereich der hinfälligen Hallentore mit Umbaumaßnahmen begonnen. Sie wurden für rund 33 000 Euro ersetzt.

Dann passierte der Fehler: Statt die Restmittel von rund 466 000 Euro in den Haushalt 2013 zu transferieren, wurden sie „in Abgang“ gebracht und standen nicht mehr zur Verfügung. Berichterstatter Malte Wicke (BFK), Vorsitzender des Personal- und Finanzgremiums, unterstrich, dass durch den Nachtrag kein Mehrbedarf entstehe, der eine Kreditaufnahme erfordere. Der Entwurf des ersten Nachtragshaushalts sehe vielmehr eine Mittelverschiebung vor. Als Deckung solle auf die veranschlagten Mittel zur Sanierung der Otto-Ralfs-Straße zurückgegriffen werden. Die Maßnahme dort wird im Gegenzug um ein Jahr verschoben.

Im Rahmen seiner Mitteilungen griff Bürgermeister Axel Pietsch (BFK) das Thema Feuerwehr auf. Aufgrund der Komplexität im baulich/technischen Bereich der Wehr sei es schwierig, dies im Bauausschuss „mitfahren“ zu lassen. Er riet daher, den Vorschlag von Jürgen Rebien, Leiter des Fachbereichs Bürgerdienste, aufzugreifen und einen Arbeitskreis mit Mitgliedern aus Feuerwehr, Selbstverwaltung und Verwaltung zu gründen. In der Gemeinde Hohenlockstedt seien gute Erfahrungen damit gemacht worden. Ein Beschluss erfolgt in der kommenden Ratsversammlung am 24. Oktober.

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