Sabine sinjen : Gedenksäule für einen Filmstar

Granitplatte mit Bild und Inschrift: Tino Kolbe, Martin Wnuck, Heinz Köhnke und Jutta Ohl (v. l.) freuen sich auf die Gedenksäule.
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Granitplatte mit Bild und Inschrift: Tino Kolbe, Martin Wnuck, Heinz Köhnke und Jutta Ohl (v. l.) freuen sich auf die Gedenksäule.

Schauspielerin Sabine Sinjen aus Itzehoe bekommt eine Erinnerungsstätte am Theater-Haupteingang.

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23. Juni 2014, 17:00 Uhr

Sie spielte an der Seite von Romy Schneider, Heidi Brühl, Peter Kraus und Lilli Palmer. Unzählige Auftritte in Kino, Fernsehen, Theater und Radio gehen auf ihr Konto. Zu ihren Auszeichnungen gehören das Filmband in Gold, die Goldene Kamera und der Bambi. Die Schauspielerin Sabine Sinjen, gestorben 1995 an Krebs, wäre in diesem Jahr 72 Jahre alt geworden. Ihre Geburtsstadt setzt ihr am theater itzehoe ein Denkmal.

Mit einer vergilbten Autogrammkarte, einer alten Filmillustrierten und Erinnerungen an Kino-Tage im Burg-Theater fing es an. Mehrere Frauen hätten sich an die ab den 50er Jahren erfolgreiche Schauspielerin erinnert, sagt Jutta Ohl vom Mädchen- und Frauenverein Donna Doria. Dieser recherchiert seit einiger Zeit zu Sabine Sinjen – „das hat Ausmaße angenommen, das hätte ich nie gedacht“. Nach einem Aufruf in dieser Zeitung kamen Informationen, Autogrammkarten und Bilder aus der Umgebung, aber auch aus dem ganzen Bundesgebiet. Jutta Ohl hat Kontakt zur Familie, unter anderem der Schwester im oberbayerischen Tutzing, und dem Sabine-Sinjen-Fanclub in Unna. Es gab Filmnachmittage, eine Fotowand steht in der Stadtbibliothek.

Sie soll erweitert werden, und schon bei deren Einweihung war man sich einig: „Eigentlich schade, dass man für so eine Schauspielerin in Itzehoe gar nichts findet.“ So berichtet es Bürgervorsteher Heinz Köhnke, der seither mit Jutta Ohl, Marianne und Martin Wnuck sowie Tino Kolbe vom gleichnamigen Natursteinwerk eine Gruppe bildet, die das ändern wollte. Letzterer spielt eine Schlüsselrolle: Sabine Sinjens Mutter war eine geborene Kolbe, die Schauspielerin selbst seine Großcousine. Alle Jahre wieder habe die Familie zusammen gefeiert, vor allem, als die Großtante noch auf dem Werksgelände gewohnt habe, schildert Kolbe. Von ihm selbst gebe es ein Foto, wie er auf dem Schoß Sabine Sinjens sitze und sie mit Schokolade einschmiere.

Bei diesem Hintergrund war der Sponsor für eine Gedenksäule schnell gefunden: Die Firma Kolbe stellt sie her, 90 Zentimeter hoch mit einer Platte, die neben einer Erinnerungsinschrift ein Porzellanbild der Schauspielerin trägt. Das zeige, so Köhnke dankbar: „Man kann etwas tun, man tut es und es wird was.“ Das sei in Itzehoe leider viel zu selten, findet Kolbe selbst. Am 18. August, Sabine Sinjens Geburtstag, soll am Theater die Einweihung stattfinden. Dann komme vielleicht mit Dr. Simon Huber-Sinjen, Kameramann aus Berlin, der Sohn der Schauspielerin, freut sich Jutta Ohl.

Der Standort am Theater bot sich an, die Säule wird in der Nische rechts neben dem Haupteingang platziert. Das bringe dort ein wenig Leben und könne ein weiteres Ziel für Stadtführer sein, sagt Köhnke. Auf dem Weg am Theater entlang zum Studio-Eingang gebe es weitere Nischen und damit Platz für mehr Initiativen dieser Art: „Wir haben bisher eine Position – das hindert niemanden, mehr zu schaffen.“

Und auch die Freunde der Schauspielerin haben noch weitere Ideen, wie Martin Wnuck verdeutlicht: „Wir würden uns freuen, wenn es irgendwann eine Sabine-Sinjen-Straße, -Weg oder –Platz geben würde.“

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