Geboren in Glückstadt: Unternehmer hilft

Will Gutes tun in seiner Geburtsstadt: Thomas Agerholm.
Will Gutes tun in seiner Geburtsstadt: Thomas Agerholm.

Thomas Agerholm baute mit seinem Leasingunternehmen ein Vermögen auf und will Projekte in seiner Heimatstadt unterstützen

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09. April 2020, 11:22 Uhr

Glückstadt/Wismar | Thomas Agerholm ging in Glückstadt zur Schule, lernte bei der Sparkasse und bildete sich dann in Hamburg weiter. Wohlhabend wurde er später in Wismar mit der HW Leasing GmbH. Der 61-Jährige hat eine Stiftung gegründet und möchte nun, dass ein Teil des Geldes auch nach Glückstadt fließt.

Es war ein schwerer Schicksalsschlag, der ihn bewog, seine Angelegenheiten früh zu regeln. Am 8. September 2013, einen Tag vor seinem Geburtstag, stürzte Agerholm in seinem Wohnhaus die Treppe hinunter. Er brach sich einen Halswirbel und ist seither gelähmt. Damals war er nicht nur Unternehmer, sondern auch Chef des Deutschen Roten Kreuzes von Nordwestmecklenburg. Etwas Gutes für andere zu tun, war schon damals sein Anliegen.

Agerholm ist als Sohn des Inhabers eines Friseur-Salons in Glückstadt aufgewachsen. Viele kannten seinen Vater Hermann. Nach der Ausbildung ging er nach Hamburg, um bei einer Bank zu arbeiten. Auch, um sich als junger Mensch der sozialen Kontrolle einer Kleinstadt zu entziehen.

1992 zog es ihn nach Wismar. Dort baute er ein Leasingunternehmen auf. Inzwischen gehört „HW Leasing“ nach eigenen Angaben zu den größten inhabergeführten sowie banken- und herstellerunabhängigen Leasinggesellschaften in ganz Deutschland. Das Mietvermögen beträgt 400 Millionen Euro. Die 72 Mitarbeiter sind an sieben Standorte deutschlandweit verteilt.

Agerholm selbst hat keine eigene Familie. Deshalb gründete er eine Stiftung. „So sind die Arbeitsplätze gesichert“, sagt er – auch nach seinem Tode für kommende Generationen. Außerdem will er auch Gutes tun – in Wismar und in der Elbestadt. „Aus Verbundenheit zu Glückstadt.“ Es sei ihm „eine Ehre“ , etwas für seinen Geburtsort tun zu können. Während andere Stiftungen mit niedrigen Zinsen zu kämpfen haben, hat Agerholm eine jährliche Ausschüttung von 50.000 Euro festgelegt.

Gefördert werden Personen und Vereine aus den Bereichen Kunst und Kultur, Kinder- und Jugendhilfe sowie mildtätige, kirchliche und gemeinnützige Vereine. Die Homepage werde noch aufgebaut, deshalb könnten Bewerbungen zurzeit nur per Post entgegengenommen werden. „Ein kurzes Anschreiben genügt“, sagt der ehemalige Glückstädter.

Die Thomas-Agerholm- Stiftung wird durch den dreiköpfigen Stiftungsvorstand unter dem Vorsitz von Agerholm und den weiteren Mitgliedern Wolfgang Stöcker und Peter Schmidt-Hahn geführt.

Wismar ist inzwischen zu seiner neuen Heimat geworden. „Wismar hat Lebensqualität“, sagt Agerholm. „Ich lebe gerne hier.“ Trotzdem freue er sich schon darauf, wenn er Glückstadt mal wieder besuchen könne.


Anträge für den Mai sind zu richten an: Thomas Agerholm gemeinnützige Stiftung, Spiegelberg 57, 23966 Wismar.

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