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Norddeutsche Rundschau

20. August 2017 | 12:28 Uhr

Glückstadt : Gas-Alarm: Ärztehaus evakuiert

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Leitung durch Arbeiten beschädigt . Die Leitstelle gibt Anweisung, das Gebäude zu räumen.

Nico Junge saß der Schreck noch in den Gliedern. Aber er sagte auch: „Ich habe Glück gehabt.“ Der 26-Jährige wollte gestern am Ärztehaus am Fleth eine Erdung für einen Blitzableiter einbauen. Dazu nutzte er einen Bohrer, der einige Meter in die Erde ging. „Dann habe ich Gas gerochen“, sagte Junge. Es war gegen 9.30 Uhr. Er ahnte, dass er eine Gasleitung getroffen hatte. Auch weil er ein Zischen hörte. Er befürchtete Schlimmeres und rief bei seiner Firma und bei der Leitstelle der Feuerwehr an. Bei Letzterer riet man ihm, alle Menschen aus dem Gebäude zu holen „und kein Licht anzuschalten“. Was er auch tat, er ist selbst Feuerwehrmann in seinem Heimatort.

Im Ärztehaus war gestern nur das Optikergeschäft und eine Praxis besetzt, alle anderen Nutzer haben Urlaub. In der Allgemeinpraxis schickte Arzt Jochen Neumann seine Patienten nach Hause und ging mit seinen Mitarbeiterinnen auf die Straße. „Es ging alles ganz flott“, so Neumann. „Es war nicht so viel los, es ist Urlaubszeit und es gab keinen akuten Notfall.“ Auf der Straße unterhielt er sich mit einem Rettungssanitäter, der vor drei Jahren bei dem furchtbaren Gasunglück in Itzehoe dabei war. Damals kamen vier Menschen ums Leben.

Die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen vor Ort. Mitarbeiter des Rathauses hatten das Gebiet um das Ärztehaus weitläufig abgesperrt. Zudem achteten sie darauf, dass keiner in der Nähe rauchte. Die Polizei sperrte die Straße für den Verkehr.

Während Feuerwehrleute mit Gasmessegeräten ausschwärmten, verständigte das Ordnungsamt die Stadtwerke. Dann hieß es erst einmal abwarten. „Die Lage ist weniger dramatisch als zunächst angenommen, weil das Gas im Freien ausströmt und leichter als Luft ist“, so Wehrführer Ties Tießen. Entsprechend wurden dort auch nur 4 Volumen-Prozent Gas gemessen. So richtig gefährlich würde es erst bei etwa 40 Volumen-Prozent werden, so Tießen. Weil die inzwischen eingetroffenen Stadtwerke-Mitarbeiter die Leitung zunächst nicht abstellen konnten und es auch im Gebäude deutlich nach Gas roch, blieb das Umfeld gesperrt. Auch der Hausmeister des nahen Brockdorff-Palais musste seine Gartenarbeiten mit einem Bunsenbrenner einstellen. Eine Stunde nach Alarmauslösung war die beschädigte Gasleitung dann dicht. Feuerwehrleute belüften das Ärztehaus noch einmal quer und konnten kurz vor 11 Uhr Entwarnung geben.

Bereits kurze Zeit später wurde ein Teil des Außenbereiches am Ärztehaus bereits zur Baustelle. Mitarbeiter der Stadtwerke legten das Areal rund um die undichte Gasleitung frei und reparierten den Schaden. Dies dauerte über drei Stunden. Alle Beteiligten waren froh, dass nicht mehr passiert ist.

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