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Norddeutsche Rundschau

20. Oktober 2017 | 15:25 Uhr

Ganz normal: Verein für Homosexuelle

vom

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2013 | 10:02 Uhr

Itzehoe | Blicke, Kommentare, Unverständnis - auch im 21. Jahrhundert stoßen Homosexuelle immer wieder auf kritische Reaktionen. Trotz schwuler Politker und "Homo-Ehe"-Debatte auf Bundesebene, gilt Homosexualität oft nach wie vor als unnormal.

Eine Erfahrung, die auch Robert Kuhl machte. Während es in seinen ehema ligen Wohnorten Berlin und Hamburg Vereine gab, in denen sich Homo sexuelle austauschen oder gemeinsam etwas unternehmen konnten, suchte er danach in Itzehoe vergebens. "Wer etwas erleben wollte, musste nach Hamburg oder Kiel fahren", erinnert sich der 25-Jährige. Mit zwei Freunden gründete er im Jahr 2011 darum "IZ Queer".

Was als Stammtisch begann, ist mittlerweile ein offiziell eingetragener Verein mit 41 festen Mitgliedern. Geblieben ist die ursprüngliche Idee: "Wir sind keine Selbsthilfegruppe und auch kein politischer Verein", betont Kuhl. Es gehe hauptsächlich darum, sich auszutauschen und etwas miteinander zu unternehmen. Auch Nicht-Mitglieder und Heterosexuelle seien bei allen Aktivitäten willkommen.

Zusätzlich will der Verein jetzt auch verstärkt in der Öffentlichkeit auftreten. Ein eigener Info-Stand auf dem Flohmarkt, ein Movie-Day oder eine "Toleranz-Tour" mit dem Fahrrad sollen das Thema Homosexualität in das öffentliche Blickfeld rücken. Auch für den Welt-Aids-Tag sind bereits Aktionen geplant. Aber: "Wir wollen uns nicht in den Mittelpunkt stellen", so Kuhl. Vielmehr gehe es darum, "Flagge zu zeigen" und das Thema so in der Gesellschaft zu integrieren, dass Schwule oder Lesben nicht länger als etwas Besonderes angesehen werden. "Ideal wäre es, wenn es völlig egal ist, welche sexuelle Orientierung man hat", sagt Kuhl. "Wir wollen zeigen, dass wir ganz normale Menschen sind."

Denn das scheint noch nicht überall angekommen zu sein. So musste der Stammtisch beispielsweise in ein anderes Lokal verlegt werden, da die Gruppe in einem Restaurant "nicht zum Klientel des Hauses" passte. Im Bacchus hingegen, wo der IZ-Queer-Stammtisch sich seitdem regelmäßig jeden zweiten Sonnabend im Monat trifft, wurden sie mit offenen Armen empfangen.

Es ist ein buntes Miteinander: "Der jüngste Teilnehmer war 15, der älteste knapp 70 Jahre alt - da treffen ganz unterschiedliche Lebenswelten aufeinander", so Kuhl. Auch die Themen, über die gesprochen wird, sind gemischt. Ein normaler Stammtisch eben.

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