Ganz nah ran auf dem Schrottplatz

„Noch verwertbar“ heißt die Ausstellung von Jochen Desler.
„Noch verwertbar“ heißt die Ausstellung von Jochen Desler.

shz.de von
18. Mai 2018, 05:00 Uhr

Zum vierten Mal zeigt Jochen Desler im Landgericht seine Fotografien. Dazu begrüßte Dietmar Wullweber als Vorsitzender des Vereins Justiz und Kultur im Landgerichtsbezirk Itzehoe auch den Perkussionisten Olaf Plotz und viele Kulturinteressierte.

Laudator Bernd Schumacher, selbst passionierter Fotograf, feierte das Licht als wichtigstes Element für die Fotografie, aber auch für das Leben selbst. „Meisterhaft“ seien die ausgestellten Fotokompositionen. Diese machte Desler bereits vor vier Jahren bei drei mehrstündigen Besuchen auf einem Schrottplatz. „Noch verwertbar“, so der Ausstellungstitel, demonstriert nun in 35 Bildern die Schönheit von abgelegten, nicht mehr genutzten Dingen, von Vergänglichkeit.

Desler schwört auf seine Bridge-Fotokamera. „Mit ihr kann ich sehr brillante, kontrastreiche Fotos machen“, so der 78-Jährige. Für die Bilder dieser Ausstellung ist er mit seiner Kamera ganz nah rangegangen. Ran ans Metall: Kanten unterschiedlicher Metallstücke, Positiv- und Negativformen, Rost, Schweißnähte. Inzwischen fotografiert er auch digital, eine Nachbearbeitung aber kommt für ihn nicht in Frage.

Seit mehr als 60 Jahren findet der Fotograf immer wieder Motive, die ihn verleiten, auf den Auslöser zu drücken. „Ich will nichts zeigen, sondern etwas sichtbar machen“, sagt er. Ein Wust an Details widerstrebt ihm. „Grafische Muster, Licht und Farben – das ist meine Welt!“, schildert Desler. >

Zu sehen bis 17. August im Landgericht am Theodor-Heuss-Platz.

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