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Poyenberg : Galloway-Rinder im Dienst für den Naturschutz

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17 robuste Rinder übernehmen den landschaftlichen Pflegedienst in einer ehemaligen Kiesgrube.

shz.de von
erstellt am 13.Feb.2009 | 10:08 Uhr

Poyenberg | Der zottelige Galloway-Bulle "Larry Laffer" und seine 17 Kühe übernehmen ab sofort den Naturschutz in einer ehemaligen Kiesgrube in Poyenberg. Die vierbeinigen Pflegedienstleister der Stiftung Naturschutz mit so klingenden Namen wie Roxette, Rosenstolz und Elbia sollen jedes Jahr im Winter Gehölze, Hochstauden und alte Grasschichten kurz halten. Gestern sind die Tiere erstmals in das neu umzäunte, elf Hektar große Gebiet eingezogen.

Die Stiftung Naturschutz, die in Schleswig-Holstein land- und forstwirtschaftliche Flächen kauft oder pachtet, um sie für Natur- und Artenschutz zu sichern, hat die Poyenberger Fläche 2008 erworben. Finanziert wurde das Vorhaben aus Ausgleichsmitteln des Kreises Steinburg. Von 1992 bis 2000 wurde das Gebiet als Kiesabbaufläche genutzt, danach wurde es sich selbst überlassen. Als die Besitzer es 2008 verkaufen wollten, kamen Kreis Steinburg und Stiftung Naturschutz ins Spiel.
1100 Tiere grasen landesweit für die Organisation
Denn die Fläche verfügt über einen wertvollen Biotopmix aus extrem trockenen bis hin zu dauerfeuchten Standorten. "Blütenreichtum und der offene Sandboden locken besonders wärmeliebende Insekten an", sagt Flächenmanagerin Antje Zimmermann. Dazu zählen Grabwespen, Wildbienen, Heuschrecken und Falter. Die kleinen Tümpel seien optimale Laichgewässer für Knoblauchkröte, Laubfrosch, Kamm- und Teichmolch.

Allerdings drohen die Trockenrasen, mageren Grasfluren und Kleingewässer zu verbuschen. Immer mehr Gehölze wachsen hoch, und eine verfilzte Grasdecke macht konkurrenzschwachen Pflanzen das Leben schwer. Deshalb schickt die Stiftung Naturschutz die Galloway-Rinder. "Wir haben mit dieser Beweidung gute Erfahrungen gemacht", betont Antje Zimmermann. Landesweit sind derzeit 1100 Tiere für die Organisation tätig.
Wetterunempfindlichkeit macht die Tiere zu idealen Landschaftspflegern
Der Winter macht den Tieren dabei nichts aus, sie finden ihr Futter an Sträuchern oder unter der Schneedecke, erklärte Dirk Andresen, der die landesweite Galloway-Herde managt. "Daher sind sie die idealen Landschaftspfleger." Eingesetzt sind die Rinder im Kreis Steinburg bereits in der Nähe des Reher Kratt und bei Störkathen, in Peissen sollen sie demnächst pflegerisch tätig werden.

In Poyenberg wird die Herde nur den Winter über stehen, im Sommer werden die Tiere dann zu einer anderen Fläche transportiert, wo sie jedoch die selben Aufgaben haben.

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