zur Navigation springen

Regatta : Gaffelsegeln – Fahrt mit Hindernissen

vom
Aus der Redaktion der Glückstädter Fortuna

Heti gewinnt Glückstädter Regatta „Rhinplate Rund“ / Vier Mannschaften unterschätzen örtliche Gegebenheiten und bleiben im Schlick stecken

„Zehn Prozent der gestarteten Schiffe liegen auf Schlick, 25 Prozent sind unter Segeln durchs Ziel. Was ist eigentlich mit dem Rest?“, fragte sich Rainer Ullrich augenzwinkernd bei der Siegerehrung nach der Regatta „Rhinplate Rund“. Der „Rest“ erreicht auch den Glückstädter Hafen, zwar unter Motor, weil Strömung und Wind vielen einen Strich durch den geplanten Segeltörn machten, aber alle gesund und die meisten auch munter.

Die 40. Geschwaderfahrt „Rhinplate Rund“ wird in die Geschichte der Geschwaderfahrt der „Freunde des Gaffelriggs“ eingehen: 45 historische Schiffe nahmen an der Regatta teil und schenkten den vielen Zuschauern auf der Nordermole und später im Hafen einen atemberaubenden Anblick. Vier Bootsmannschaften schätzten leider Ostwind, Stromgeschwindigkeit und Wassertiefe falsch ein und landeten auf Schlick. Darunter sehr erfahrene Segler, was zeigt: Das kann jedem mal passieren.

Zwei Schiffe berührten sich bei einem Wendemanöver – Klüver und Segel wurden dabei beschädigt. Ein Beiboot schipperte herrenlos auf der Elbe, konnte aber schnell dem Eigentümer zugeordnet werden. Insgesamt keine reibungslose Geschwaderfahrt, aber niemand wurde verletzt und alle Segler kamen, wenn doch auch manche erst spät in der Nacht, im Hafen an.

Rainer Ullrich, Expeditionsmaler und Segler, übernahm die Moderation der Preisverleihung in seiner unnachahmlich origineller Art. Dabei wurde das erste Schiff unter Segeln im Ziel ausgezeichnet, die 1912 erbaute Heti aus Hamburg, aber auch der schönste Skipper: Detlef Staats, von der Arvon.

Die beiden Skipper, die bei der Wettfahrt mit ihren Schiffen kollidierten, wurde zusammen auf die Bühne gerufen. Dem einen wurde eine Dose Bootslack überreicht, dem andere zum Trost ein Sixpack Bier. Beide freuten sich und gingen freundschaftlich zurück auf ihre Plätze, um gemeinsam ein Bier auf den Schreck zu trinken.

„Es war ein tolles Erlebnis, die Regatta auf einem so schönen Schiff miterlebt zu haben. Toll, dass es Menschen gibt, die diese Schiffe so pflegen und erhalten“, sagte Angelika Reichelt-Bay, die auf der Rigmor mitsegelte.

Nach der Siegerehrung trafen sich Segler und Freunde im Provianthaus, um gemeinsam Labskaus und Livemusik zu genießen und an die Segelkameraden zu denken, die diese Nacht auf ihren Schiffen auf Hochwasser warten mussten. Für die Crew, die als letzte einlief, wurde ein Fässchen Bier aufgehoben, das später übergeben wurde.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen