Glückstädter Speeldeel : Gäste, Geister und zwei Engel

Ist etwa doch ein Geist im Haus? Elvira (Heike Schütt, l.), Helene (Brigitte Ruhser, Mitte) und Alma Fritsche (Susanne Lucassen) sind sich nicht mehr sicher.
Ist etwa doch ein Geist im Haus? Elvira (Heike Schütt, l.), Helene (Brigitte Ruhser, Mitte) und Alma Fritsche (Susanne Lucassen) sind sich nicht mehr sicher.

Erfolgreiche Premiere der Glückstädter Speeldeel mit neuer plattdeutscher Komödie – vier weitere Aufführungen geplant.

shz.de von
19. Februar 2018, 05:10 Uhr

Vom gelegentlichen Mitspieler in kleinen Rollen hat sich Axel Leeck zum Charakterdarsteller entwickelt. Seine Rollen sind die des Sohnes, des Neffen oder eines jungen Mannes, meist unglücklich verliebt in die Tochter des Chefs oder des verfeindeten Nachbarn. Und jedes Mal kann er mit seiner charmanten Art zu spielen, der Rolle sehr gut gerecht werden. Zudem ist der junge Darsteller textsicher und hat augenscheinlich viel Freude am niederdeutschen Schauspiel. Seinen „altgedienten“ Schauspielerkollegen steht er in nichts nach.

Mit seinem engagierten Team aus Schauspielern, Bühnentechnikern, Bühnenbildnern und Helfern sorgt die Glückstädter Speeldeel immer wieder für vergnügliche Abende im Theater am Neuendeich. Auch in der Premiere des neuen Stücks hat Axel Leeck neben Brigitte Ruhser und Heike Schütt eine tragende Rolle.

„Un baven wahnen Engel“ ist der Titel der Komödie von Jens Exler. Leeck verkörpert Klaus, den Neffen der Schwestern Helene (Brigitte Ruhser) und Elvira Engel (Heike Schütt), die in der Dachstube eines Mietshauses ein beschauliches Leben führen. Doch die beiden möchten gern in die Wohnung ein Stock tiefer einziehen. Diese ist größer und gemütlicher. Doch Hauswart Babbel (Franz Bockhorn) vermietet diese Wohnung immer wieder an andere Bewerber, obwohl er um den Wunsch der Engel-Schwestern weiß. Diese haben es bisher mit einer recht simplen aber wirkungsvollen Methode immer wieder geschafft, die Mieter zu vergraulen.

Und so beginnt auch das Stück: Schwere Bücher schwingend sitzen Helene und Elvira am Tisch ihrer Wohnstube und lassen diese im Rhythmus auf den Tisch sausen. „Rums – rums“, tönt es durch das Haus. Und prompt steht auch Hauswart Babbel vor der Tür, um den Ursprung der „Bumserei“ zu erkunden. Doch die beiden „Engel“ können immer wieder glaubhaft erklären, dass es bei ihnen ruhig zugeht.


Auch die Nachbarin mischt ordentlich mit

Zur Seite steht ihnen dabei Nachbarin Alma Fritsche (Susanne Lucassen), die der Hausgemeinschaft erzählt, dass das nur der Geist einer verstorbenen Nachbarin sein könne. Helene und Elvira wollen indes zum Schein den Neffen Klaus (Axel Leeck) bei sich aufnehmen, der in der Stadt sein Studium absolviert. Wenn sie die große Wohnung haben, so denken sich die beiden, können sie ihn ja wieder vor die Tür setzen. Doch sie haben ihre Rechnung ohne den gewieften Studenten gemacht. Der kommt schnell hinter den Plan der Tanten und arbeitet dagegen.

Sein Antrieb ist die hübsche Nachbarstochter Karen (Svea Petersson), die ausgerechnet in der Wohnung unter Engels eingezogen ist und nun wegen der Geräuschkulisse bereits wieder ausziehen will. Doch gemeinsam mit Klaus entwickelt sie einen Plan, der Helene und Elvira heftig zu schaffen macht. Denn, gerade, als sie wieder mit ihren Büchern am Tisch sitzen, kommen laute Klopftöne nun woanders her.

Wohin die ganze Sache schließlich führt, das können Besucher noch in vier weiteren Aufführungen herausfinden. Dass es noch reichlich turbulent zugeht, ist ja zu erwarten. Und ebenso darf verraten werden, dass das Ende dann doch recht versöhnlich wird.

>Weitere Aufführungen

am 21. Februar und 17. März

jeweils um 20 Uhr und am 9. und

30. März um 16 Uhr im Theater

am Neuendeich.

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