Anmeldung gelaufen : G9 für fast 320 neue Gymnasiasten

Mal sind die einen vorne, mal die anderen: Die Zahlen aus diesem Jahr und dem Vorjahr.
Mal sind die einen vorne, mal die anderen: Die Zahlen aus diesem Jahr und dem Vorjahr.

KKS und AVS liegen bei Anmeldezahlen weit vor SSG. Alle Itzehoer Gymnasien kehren zurück zum Abitur nach neun Jahren.

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09. März 2018, 05:00 Uhr

Kaiser-Karl-Schule 121, Auguste-Viktoria-Schule 117, Sophie-Scholl-Gymnasium 78 – das ist das Ergebnis der Anmeldung der Fünftklässler für das kommende Schuljahr. Insgesamt sind es 316 Gymnasiasten, die eines gemeinsam haben: An allen drei Schulen werden sie erst wieder nach neun Jahren Abitur machen.

Die Schulleitungen hätten intensiv über die Rückkehr zu G9 diskutiert, seien sich aber relativ schnell einig gewesen, sagt Martin Baudach von der KKS. „Für keine Lösung bekommt man in einer Schulkonferenz eine Dreiviertel-Mehrheit.“ Diese hatte das Land zur Voraussetzung gemacht für Schulen, die bei G8 bleiben wollten. Baudach investiert die Energie lieber anders: „Wir wollen versuchen, das Gute von G8 mit dem Guten von G9 zu verbinden.“ Gemeint ist „die Schule als Lebens- und Lernort“, in der „belastende Entwicklungen“ zurückgefahren würden. Doch die Gesellschaft insgesamt habe sich geändert, was die Beanspruchung angehe, sagt Baudach. „Die Unzufriedenheit wird ein Stück bleiben.“ Doch auch für die, die schneller zum Abitur wollen und können, soll es ein Konzept geben.

„Illusorisch“ fand es AVS-Leiter Norbert Hartung von vornherein, eine Zustimmung zu G8 in der Schulkonferenz zu bekommen. Wie bei den Kollegen gilt: „Wir haben gar nicht abgestimmt.“ Er selbst wäre gern bei G8 geblieben, aber „ich bin hier, um meinen Job zu erledigen“. Dazu gehöre jetzt, sich Zeit für eine sinnvolle Vorbereitung zu nehmen: „Wir machen nicht das G9 von vor zehn Jahren.“ Die neuen Fünftklässler werden laut Hartung ein Jahr mit der Stundentafel von G8 arbeiten, erst dann kommt eine neue.

Am SSG wurde zumindest in Gremien wie der Lehrerkonferenz oder dem Schulelternbeirat abgestimmt. Dann war laut Leiterin Angelika Hartmann klar, dass die Hürde von 75 Prozent nicht zu nehmen war. Sie ist nicht glücklich darüber angesichts gesellschaftlicher Probleme im Bereich Bildung und Schule. „Ich glaube nicht, dass G9 dafür die Lösung ist.“ Schon lange wünsche sie sich eine stringente, langfristige Bildungspolitik über Parteigrenzen hinweg. Doch die Chance darauf sei bei einem solchen Wahlkampfthema im föderalen System gleich Null.

Wirklich froh machen sie auch die Anmeldezahlen nicht: 78 zum Stichtag für das Rathaus, drei kamen dann noch hinzu. Damit ist das SSG in diesem Jahr deutlich abgeschlagen. „Wir fragen uns natürlich, woran es liegt“, so Hartmann. Die Bauarbeiten im Schulzentrum, weniger Abgänger im direkten Einzugsbereich, ihr eigener Abschied als Schulleiterin im Sommer? „Alles Kaffeesatzleserei.“ Immerhin entspanne sich die Raumsituation, dafür sei die Frage, wie viele Angebote später in der Oberstufe möglich seien.

„Sehr zufrieden“ ist dagegen ihr AVS-Kollege Hartung. Wie im Vorjahr gilt: „Das ist das, was wir unterkriegen“. An der KKS hatte Baudach mit vier statt fünf Klassen gerechnet, „es könnte eng werden“. Das Ergebnis sei eine „tolle Sache“ für die Schule: „Zumindest haben wir in letzter Zeit nicht alles falsch gemacht.“
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Bericht und Reaktionen zum Anmeldeergebnis der Gemeinschaftsschulen folgen in einer unserer nächsten Ausgaben.

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