SCHULE : Futtern und entspannen in der Mensa

Die Qual der Wahl (v.r.) Jan (11), Jan-Erik (12) und Paul (12) an der Essensausgabe.
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Die Qual der Wahl (v.r.) Jan (11), Jan-Erik (12) und Paul (12) an der Essensausgabe.

Die Essensausgabe in der Auguste-Viktoria-Straße wird gut angenommen – und auch als Treffpunkt ist die Einrichtung beliebt.

shz.de von
27. Juni 2014, 12:00 Uhr


Die halbe Stunde
Heute: AVS-Mensa


30 Minuten im Alltag, an einem Ort oder bei einer Veranstaltung – was tut sich, was passiert? Das zeigen wir in unserer Reihe „Die halbe Stunde“. „Was nimmst du?“ Mit ihren Tabletts stehen Johanna und Janna etwas unentschlossen an der Essensausgabe in der Mensa der Auguste-Viktoria-Schule (AVS). Aber sie müssen sich schnell entscheiden, denn die beiden Zwölfjährigen sind die ersten in der Reihe. Viele hungrige Schüler möchten hier heute Mittag essen.

„Montags und dienstags ist immer die Hölle los“, erzählt Mensa-Betreiberin Heike Otte, während sie den Teller herüber reicht. Ab 10 Uhr laufen die Vorbereitungen. Vorher bieten „die Mütter“ ein gesundes Schulfrühstück an, das vor dem Bau der Mensa in der Eingangshalle beheimatet ist. Während Otte und ihr Team Salate und Kuchen direkt in der Mensa-Küche anfertigen, werden die Hauptgerichte und Nachspeisen von ihrem Mann Andreas angeliefert. Wenn um 11.30 Uhr der Pausengong ertönt, haben die 5. bis 8. Klasssen Mittagspause, die zweite Runde beginnt um 12.30 mit den Schülern ab Klasse 9. Und Heike Otte kennt ihre Kunden: „So’n schönes, schieres Fleisch mit Gemüse geht immer“, erzählt sie. Und auch Hähnchen, vegetarische Aufläufe und Salate seien beliebt, im Sommer auch Eis.

Johanna und Janna haben sich für Asia-Hackeintopf mit Reis entschieden. „Lecker“, finden sie, als sie sich auf ihren Stühlen nieder lassen, die zwei Freundinnen für sie freigehalten haben, und den ersten Bissen probieren. Wo eben noch Ruhe und Leere herrschten, ist es jetzt voll und wuselig. Doch es ist genug Platz für alle da.

„Eng wurde es eigentlich nur am Anfang, als jeder hier drin sein wollte – egal ob mit oder ohne Essen“, berichtet Olivia (18) von der Zeit direkt nach der Einweihung im vorigen November. Etwas abseits vom bunten Treiben genießt die Zwölftklässlerin gemeinsam mit ihren Freundinnen Yvonne (17) und Inken (18) eine Freistunde. Mit Mensa gefällt ihnen der Schulalltag „viel, viel besser“. „In den Freistunden muss man sich nicht immer einen freien Raum suchen, sondern hat eine Anlaufstelle. Zum Arbeiten, aber auch um Freunde zu treffen und zu quatschen“, erklärt Inken. „Das ist schon so selbstverständlich geworden“, meint Yvonne.

So wie die Oberstufenschüler nutzen auch die Jüngeren die Mensa zum Lernen. Lisa und Mona (beide 13) machen sich nach dem Essen an ihre Hausaufgaben, während die Lehrer Peter Löbel und Sönke Vollmert daneben in Ruhe ihre warme Mahlzeit genießen. Einen Tisch weiter sitzen weitere Kollegen: „Lecker, gute Auswahl und preiswert“, urteilt Nele Bustorf. 3,30 Euro koste eine warme Mahlzeit, drei davon stünden täglich auf dem Speiseplan.

Nicht nur auf der Tafel am Eingang sind die Gerichte täglich zu finden, sondern auch für die ganze Woche im Internet. Dort hat sich Jan-Erik (12) informiert. Wie sein Klassenkamerad Jan (12) hat er sich heute für Schaschlik entschieden. Immer an langen Unterrichtstagen essen sie in der Mensa. „Und mittwochs“, ergänzt Paul (12). Dann spiele er Trompete in der Bigband.

Ebenso halten es Freja und einige andere Mädels aus der sechsten Klasse am Nachbartisch. „Heute haben wir unseren langen Tag bis 15.30 Uhr“, berichtet Paula. Dann speise sie immer hier. „Und wenn nachmittags noch Projekte sind“, ergänzt Luisa. Mittwochs gehe sie zum Töpfern. Die anderen nähen, trommeln oder spielen Gitarre. Diesmal gab es bei ihnen Schaschlik. „Sehr lecker“, meinen sie. Das sei nicht immer so: „Die Spaghetti kleben immer alle aneinander“, kritisiert Celina (12). „Und das Sauerkraut schmeckt süß“, meint Freja. Hoch im Kurs dagegen stehen Gyros, Kartoffelecken und Lasagne bei ihnen. Und während sie noch darüber nachdenken, was es wohl morgen gibt, geht es für sie schon weiter zur nächsten Unterrichtsstunde: Mathe.

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