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Geschenke : Futter für zukünftige Leseratten der ersten Klasse

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Zwei Bücher, Radiergummis und Stifte – all das findet sich in den Lesetüten. Sie sollen die Erstklässler aus Glückstadt, Kollmar und Herzhorn zum Lesen ermutigen.

Dass eine ganze Klasse den Schülern einer anderen Klasse Geschenke überreicht, kommt eher selten vor. Entsprechend groß war die Aufregung unter den Schülern der Glückstädter Bürgerschule als die zweiten Klassen die neuen Erstklässler in ihren Klassenräumen besuchten und jedem Schüler ein Präsent überreichten. In den sogenannten Lesetüten fanden die überraschten Erstklässler zwei Bücher, Radiergummis und Stifte, einen Stundenplan und einen Apfel. Jede der insgesamt 150 Tüten sah anders aus, denn die Schüler der zweiten Klasse hatten sie vor den Herbstferien ganz individuell bemalt und verziert.

Organisiert wurde die Aktion zur Leseförderung, die zum vierten Mal auch an der Grundschule in Herzhorn und in deren Außenstelle in Kollmar stattfand, von der Bücherstube am Fleth mit Unterstützung des Serviceclubs der Soroptimistinnen. Bereits in den vergangenen Jahren gab es die Initiative, die von der Inhaberin der Bücherstube, Renate Meyer, auf den Weg gebracht wurde: „Sehr schnell wird die Begeisterung von Erstklässlern gebremst, wenn sie merken, dass Lesenlernen ein mühsamer Prozess ist“, erklärt Laule Meyer die Idee. Eltern müssten ihr Kind bei dieser Aufgabe begleiten. Durch gemeinsames Vorlesen und Selbstlesen werde das Kind motiviert. „Dazu wollen wir anregen und Lesestoff liefern“, ergänzt Tania Schlie, Vizepräsidentin der Soroptimistinnen und selbst Schriftstellerin. „Die Leseförderung ist uns ein wichtiges Anliegen. Deshalb unterstützen wir die Verteilung der Lesetüten auch in diesem Jahr.“

„Eine tolle Aktion“, findet Susanne Bisping, Deutschlehrerin an der Bürgerschule. „Die Kinder können die Texte jetzt zwar nach erst knapp acht Wochen Deutschunterricht nicht sofort alleine lesen, aber die Bücher sind ein Ansporn und wecken das Interesse. Und die Eltern können gemeinsam mit den Kindern darin lesen.“ Deshalb gibt es zu den Lesetüten auch einen begleitenden Elternbrief, der nicht nur auf Deutsch, sondern zum Beispiel auch auf russisch oder arabisch verfasst ist.

Die Lesetüten sind eine bundesweite Initiative der Arbeitsgruppe Lesen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Die Bücher, die sich speziell an Leseanfänger richten, werden von den Kinderbuchverlagen Arena und Oetinger zur Verfügung gestellt, die extra für dieses Projekt Sonderausgaben zweier Erstlese-Titel haben drucken lassen.

Auch für die Schüler der zweiten Klassen lohnte sich der Einsatz: Sie bekamen als Dankeschön zum einen Äpfel, und zum anderen hatte Laule Meyer für jede Klasse ein spannendes Buch von der Bücherstube im Gepäck, aus dem nun die Klassenlehrerinnen vorlesen können. Außerdem bedankten sich manche erste Klassen bei ihren großen Mitschülern mit einem Lied für die Geschenke.

Bei den Erstklässlern war laut Susanne Bisping auf Anhieb die Lesefreude und die Neugier auf die neuen Bücher geweckt – zumindest in der Klasse 1c der Bürgerschule: „Als ich vorhin aus der Pause zurückkam, saßen schon eine ganze Reihe Schüler auf ihren Plätzen und stöberten vertieft in ihren neuen Büchern. Ganz toll!“, findet die Lehrerin.

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erstellt am 06.Nov.2014 | 12:00 Uhr

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