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Portrait : Fußball spielt bei Andrea Kuhlmann immer noch eine gewichtige Rolle

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

46-Jährige blickt auf eine erstaunliche Laufbahn zurück

von
erstellt am 25.Okt.2014 | 05:00 Uhr

Fußball spielt im Leben von Andrea Kuhlmann eine dominierende Rolle. Die heute 46-Jährige blickt dabei auf eine erstaunliche Laufbahn zurück, schaffte es in die Frauenfußball-Bundesliga und stand 1993 bei einem Sichtungslehrgang an der Sportschule Hennef in der Nähe von Köln sogar auf dem Sprung in die Nationalmannschaft.

Andrea Kuhlmann wuchs mit drei Schwestern, darunter Zwillingsschwester Michaela und die zwei Jahre jüngere Doris, unter ihrem Geburtsnamen Gefke in einer Fußballerfamilie auf. Vater Helmut Gefke, selbst Kicker und Jugendtrainer, begeisterte sowohl die Zwillinge, wie auch die zwei Jahre jüngere Tochter Doris für den Kick mit dem runden Spielgerät. So begann für die 46-Jährige als junges Mädel mit zehn Jahren beim damaligen SV Rantzau Itzehoe (heute SV Wellenkamp Itzehoe) der in den 1970er Jahren noch nach Anerkennung und Akzeptanz ringende Mädchenfußball im Verein.

Über den SC Hohenaspe, Itzehoer SV und TSV Breitenberg, wo Andrea Kuhlmann bereits in die Landesauswahl berufen wurde, kam die talentierte Defensivspielerin 1988 zu Olympia Neumünster, spielte sehr erfolgreich in der Verbandsliga und zeigte auch in der Offensive als Torschützenkönigin mit über 20 Saisontoren ihre Fähigkeiten. „Ich war immer die Trainingsfleißigste und erntete dafür mehrfach Lob und Anerkennung“, blickt Andrea Kuhlmann zurück.

Kein Wunder, dass höherklassige Klubs auf die Itzehoerin aufmerksam wurden. 1990 „klingelte“ der SSV Schmalfeld bei ihr an. Damals wurde die zweigleisige Frauen-Bundesliga Nord und Süd eingeführt. Der Erstligist war auf der Suche nach den besten Spielerinnen im Lande. Das Probetraining bestand Andrea Kuhlmann, die seinerzeit noch „Gefke“ hieß, mit Bravour. Mit dem Schritt ins Frauenfußball-Oberhaus endete allerdings für die inzwischen 22-Jährige die Familien-Bande mit ihren Schwestern Michaela und Doris, die sie bis dahin auf ihrem Weg immer begleitet hatten.

„Michaela wechselte zum Verbandsligisten SV Neuenbrook/Rethwisch und Doris blieb bei Olympia Neumünster“, erzählt Andrea Kuhlmann. Den Wechsel in die Bundesliga hat sie nie bereut. Fünf Jahre spielte sie eine zentrale Rolle im Abwehrbereich beim Schmalfelder SV, mit dem sie zwar auch einmal abgestiegen, dann aber als Oberliga-Meister sofort wieder aufgestiegen war. Andrea Kuhlmann war dabei, als der Schmalfelder SV mehrfach in den DFB-Pokal einzog und hatte die heutige Bundestrainerin Silvia Neid zu deren aktiven Zeit als Gegenspielerin.
Der absolute Höhepunkt während dieses Zeitraumes war zweifellos die Einladung 1993 zum Sichtungstraining der Nationalmannschaft in die Sportschule Hennef bei Köln. „Auch wenn es mit einem Einsatz nicht geklappt hat, waren das drei wunderschöne Tage“, kommt Andrea Kuhlmann ins Schwärmen. Was eine Berufung ins Nationalteam anging, wurde sie quasi Opfer der taktischen Anforderungen auf höchster Ebene. „Wir Abwehrspielerinnen haben im Verein trainiert, unsere Defensivarbeit ausschließlich hinter der Mittellinie zu verrichten. Uns mit ins Offensivspiel einzuschalten, haben wir nicht gelernt. Das wurde aber in Hennef verlangt.“

Nach ihrer Zeit in Schmalfeld ging es für Andrea Kuhlmann von der großen Fußballbühne zurück in den beschaulichen Kreis Steinburg. Der SV Neuenbrook/Rethwisch war ihre nächste Station. In dieser Zeit lernte sie auch ihren heutigen Ehemann Frank Kuhlmann (46) kennen. Der sich hauptberuflich als Galvaniker bei Diamond Tools in Kiebitzreihe mit Präzisionswerkzeugen beschäftigende 46-Jährige ist natürlich – wie könnte es anders sein – auch aktiver Fußballer gewesen. Am 20. Mai 2005 feierten die Kuhlmanns ihre Hochzeit.

Beim Steinburger Klub TSV Oldendorf bauten Andrea und Frank Kuhlmann später gemeinsam eine Frauenfußball-Mannschaft auf, ehe es 2006 zur SG Wilstermarsch ging, wo Andrea Kuhlmann bis Ende der vergangenen Saison aktiv war. Zuletzt allerdings als Torhüterin. „Ich habe sie praktisch umfunktioniert“, sagt Ehemann Frank, der Trainer ist und insbesondere als Torwarttrainer (unter anderem SV Neuenbrook/Rethwisch) gearbeitet hat. Beide haben übrigens die Trainer-C-Lizenz des DFB.

Das Ehepaar Kuhlmann, das heute in Wilster wohnt, hat sich in der Vergangenheit große Verdienste in der Talentförderung im Kreisfußballverband Steinburg erworben. Das Hauptaugenmerk insbesondere von Andrea Kuhlmann liegt mittlerweile auf ihrer Arbeit auf Funktionärsebene, wo sie für den Fußballkreis Steinburg als Mädchenreferentin und Staffelleiterin tätig ist. Wie schon als aktive Spielerin auf höchster Ebene liefert Andrea Kuhlmann seit Jahren hervorragende Arbeit im Mädchenfußball für den Kreisfußballverband ab und wurde daher schon mit einem speziellen Ehrenamtspreis ausgezeichnet.


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