100 Jahre FC Burg : Fußball-Legenden treffen sich zum Frühschoppen

Blättern in der Festzeitschrift zum 100-jährigen Jubiläum (von links): Albert Mohr, Günter von der Geest, Renate Mohr und  Dieter Voß.
Blättern in der Festzeitschrift zum 100-jährigen Jubiläum (von links): Albert Mohr, Günter von der Geest, Renate Mohr und Dieter Voß.

Günter von der Geest reiste aus England an / 150 ehemalige Burger Fußballer werden erwartet

shz.de von
27. Juni 2014, 05:30 Uhr

Mit dem Jazzfrühschoppen im Festzelt auf dem Burger Fußballplatz folgt am Sonntag ein weiterer Höhepunkt im Rahmen des 100-jährigen Bestehens des FC Burg. ,,Dazu haben wir die Legenden von Burg eingeladen“, sagt Dieter Voß, Kassenwart und Cheforganisator der Feier. Mit rund 150 ehemaligen Burger Fußballern rechnet Voß. Die weiteste Anreise hat Günter von der Geest. Er kommt extra aus Newcastle in England. Geboren und aufgewachsen im Burger Norderende 34 brachte es Günter von der Geest (69) bis zum Vertragsspieler in England. Von 1968 bis 1972 spielte er für Hartlepool United.

Erworben hat Günter von der Geest sein fußballerisches Können beim FC Burg. Sein Trainer in dem frühen 60ern war Walter Maahs, der es später bis Borussia Dortmund schaffte. Dort war Maahs über viele Jahre bis 1995 als Hauptgeschäftsführer der Mann an der Spitze von einem der Top-Vereine im deutschen Fußball. Günter von der Geest traf am Mittwoch in Burg ein. Er bleibt für eine Woche zu Gast bei seinen ehemaligen Klassenkameraden Renate und Albert Mohr. Dort begrüßte ihn am Donnerstag sein ehemaliger Mannschaftskamerad Dieter Voß. 1965 spielten beide in Burgs erster Herrenmannschaft.

Deutschlands Sieg bei der WM 1954 löste im Nachkriegsdeutschland eine Welle der Begeisterung für Fußball aus. Davon ergriffen wurde auch der junge Günter von der Geest. Seine Eltern hatten kein Interesse am Fußball, doch sein Onkel, der Friedrichsköger Krabbenfischer Walter Pfeil, erkannte Günters Talent und förderte ihn, indem er ihm seine ersten Fußballschuhe kaufte.

Den rechten Schuh nahm der Onkel dem Jungen aber bald wieder weg. So lernte Günter auch, den linken Fuß zum Tore schießen zu gebrauchen. Ab 1962 spielte ,,Appel", so Günter von der Geests Spitzname, unter Trainer Walter Maahs für Burgs erste Herren. Er war Ausputzer, heute ist das der Libero. 1968 stieg der gelernte Maurer von der Geest mit dem FC noch in die Verbandsliga Schleswig-Holstein auf. Damals fuhr er bereits zur See, dabei lernte er die Liebe seine Lebens in Newcastle kennen. Gattin Elisabeth wurde sofort schwanger, das Paar heiratete und Günter von der Geest zog nach England, da seine Frau kaum Deutsch sprach. Dort bekam er einen krisensicheren Job als Beamter. Der Burger Maurer wurde Inspektor beim englischen Wasseramt. Drei Söhne, inzwischen alle erwachsen, bekamen Elisabeth und Günter von der Geest. Auch sie spielten in ihrer Jugend Fußball. Problematisch sind Europa- und Weltmeisterschaften. Als Deutscher drückt Günter von der Geest bis heute der deutschen Elf die Daumen und freut sich ,,leise, wenn England rausgeschmissen wird.“

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